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Die BDP und die heisse Kartoffel Schmid

Die BDP hat es derzeit nicht leicht. Die politischen Skandale um Samuel Schmid machen der von der SVP abgespaltenen Partei das Leben schwer.

Die Kommunikationspannen von Bundesrat Samuel Schmid werfen einen immer längeren Schatten auf die junge BDP. Während SP und FDP nun auf Distanz gehen, geniesst der VBS-Chef in seiner Mutterpartei nach wie vor Rückhalt: «Wir bedauern die neuerliche Kommunikationspanne. Die Berner BDP steht aber nach wie vor hinter Samuel Schmid», erklärt Hans Grunder, aussichtsreichster Anwärter für das Präsidium der nationalen Partei, auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Auch er sei gestern «verchlüpft», räumt der Nationalrat ein. Nach einer Güterabwägung habe er aber entschieden, weiter an Schmid festzuhalten – zumal der Bundesrat heute im Interview Fehler eingestanden habe. Kommen allerdings weitere Verfehlungen zum Vorschein, platzt auch Grunder der Kragen: «Dann werde auch ich den Rücktritt fordern.»

Die Diskussion um den Rücktritt des VBS-Chefs kommt für Grunder und die BDP im dümmsten Moment: Die Partei befindet sich mitten im Aufbau, am 1. November erfolgt die Gründung der nationalen Partei. Derzeit sind die Sektionen Bern, Glarus und Graubünden daran, neue Mitglieder anzuwerben. In dieser Situation erschwert der anhaltende Vertrauensverlust Schmids die ohnehin delikate Aufgabe, SVP-Mitglieder von einem Übertritt zur BDP zu überzeugen: «Die jüngste Entwicklung ist für uns nicht positiv. Die Leute verstehen das Vorgehen Schmids nicht», räumt denn Grunder ein. Was ihn besonders ärgert: Die missratenen Oppositionspolitik der SVP würde der Partei grundsätzlich eine gute Basis zur Mitgliedergewinnung bieten. Die politischen Skandale um Samuel Schmid machen diese Ausgangslage aber zu Nichte.

Doch was passiert, wenn Bundesrat Schmid in den kommenden Tagen dem Druck nachgibt, und doch noch zurücktritt? Laut Grunder wäre das mitnichten das Ende der BDP: «Wir könnten damit leben, schliesslich haben wir die Partei nicht wegen Schmid gegründet», erklärt der Nationalrat. Er will nicht ausschliessen, dass ein Rücktritt Schmids sogar eine Erleichterung für die Partei sein könnte.

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