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Deutlich weniger IV-Rentner im Jahr 2012

Deutlichster Rückgang seit 2006: Die Anzahl der IV-Rentner ging im Jahr 2012 um 1,8 Prozent zurück.

Immer mehr Wiedereingliederungen: Ein Mann mit Lähmung arbeitete 2007 im 100-Prozent-Pensum in der IKEA-Filiale in Aubonne VD.
Immer mehr Wiedereingliederungen: Ein Mann mit Lähmung arbeitete 2007 im 100-Prozent-Pensum in der IKEA-Filiale in Aubonne VD.
Keystone

Im Jahr 2012 haben weniger Personen eine IV-Rente erhalten. Die Zahl der gewichteten IV-Renten hat um 1,8 Prozent auf 234'600 abgenommen. Dies ist der deutlichste Rückgang seit Januar 2006, als mit 257'500 gewichteten Renten der höchste Rentenbestand erreicht worden war.

Auch die Zahl der neu zugesprochenen Renten sank im vergangenen Jahr, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) am Freitag mitteilte. Die Neurenten pendeln seit 2010 um den gewichteten Wert von rund 15'000. Bei der Gewichtung der Renten werden ganze Renten einmal gezählt, Dreiviertelsrenten 0,75-mal, halbe Renten 0,5-mal, Viertelsrenten 0,25-mal.

Betrugsbekämpfung zahlt sich aus

Das Gegenstück zu den seit 2003 um rund 47 Prozent gesunkenen Neurentenzahlen ist die Tatsache, dass die IV seit 2008 zunehmend Massnahmen zur beruflichen Eingliederung zuspricht. «Dieses Bild spiegelt die Neuausrichtung der IV von der Renten- zur Eingliederungsversicherung wider», schreibt das BSV.

Zudem zahlt sich die Betrugsbekämpfung der IV weiter aus: Hochgerechnet rund 120 Millionen Franken konnte sie letztes Jahr einsparen, weil sie in 400 Fällen betrügerischen IV-Bezügern auf die Schliche kam. In der Folge wurden umgerechnet 300 ganze Renten weniger ausbezahlt.

Seit gut fünf Jahren betreiben alle IV-Stellen ein sogenanntes Betrugsbekämpfungsmanagement. Letztes Jahr leiteten sie 2290 Dossiers an ihre Spezialisten zur näheren Abklärung weiter. Hinzu kamen 1850 Fälle, die Ende 2011 noch nicht abgeschlossen waren.

Defizit wird von 2011 bis 2017 ausgeglichen

2020 der Dossiers konnten im vergangenen Jahr abschliessend bearbeitet werden. In 220 Fällen wurden die Verdächtigen observiert. Die Kosten für die Betrugsbekämpfung beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 7,5 Millionen Franken.

Das Defizit der IV konnte von 1,7 Milliarden Franken im Jahr 2005 auf rund eine Milliarde im Jahr 2010 abgebaut werden. Mit der Zusatzfinanzierung über die Mehrwertsteuer wird das Defizit von 2011 bis 2017 durch erhöhte Einnahmen ausgeglichen.

Ziel der IV-Revisionen 6a, die seit Anfang 2012 in Kraft ist, und 6b, die derzeit im Parlament beraten wird, ist es, dass die IV ab 2018 nachhaltig ausgeglichene Jahresrechnungen verzeichnet und längerfristig auch ihre Schulden beim AHV-Fonds tilgen kann.

SDA/ajk

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