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Des Schweizers Vorliebe für PS-starke Autos

Bei der CO2-Reduktion hinkt die Schweiz den Nachbarländern deutlich hinterher. Im Jahr 2009 haben die Schweizer Neuwagen mit dem höchsten CO2 in ganz Westeuropa gekauft.

Erfreuen sich in der Schweiz noch immer grosser Beliebtheit: Off-Roader in Zürich.
Erfreuen sich in der Schweiz noch immer grosser Beliebtheit: Off-Roader in Zürich.
Keystone

Wenn es um Autos mit tiefem CO2 geht, zählen die Eidgenossen nicht zu den Vorbildern. Die «SonntagsZeitung» berichtet, dass Schweizer Autofahrer im Jahr 2009 Neuwagen mit dem durchschnittlich höchsten CO2 in ganz Westeuropa gekauft haben. Ausserdem haben zahlreiche EU-Länder die Schweiz bei der Reduktion von CO2-Emmissionen inzwischen deutlich überholt.

Die Schweiz senkte die Abbaurate um 4,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum senkte Deutschland den Ausstoss um 6,5 Prozent, Frankreich immerhin noch um 5,2 Prozent. Auch Grossbritannien und Schweden weisen eine höhere Rate als die Schweiz aus. Einzig Italien und Österreich weisen eine ähnliche Abbaurate auf – allerdings auf deutlich tieferem Niveau.

Abwrackprogramm wurde zum Klimaschutz-Volltreffer

Im Schnitt reduzierte sich die CO2-Menge bei den Neuwagen in Ländern mit einer höheren CO2-Reduktion um 5,2 Prozent. Gründe für die hohen CO2-Werte in der Schweiz sind laut von der «SonntagsZeitung» befragte Experten die Vorliebe von Schweizer Autofahrern für PS-starke Fahrzeuge. Die Abwrackprogramme in Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich hätten ausserdem dazu beigetragen, dass die Reduktion des CO2-Ausstosses höher ausfällt. Mit der Prämie seien Anreize geschaffen worden, ältere Autos zu verschrotten.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) reagiert zurückhaltend: Zahlen eines einzelnen Jahres, die teilweise inoffiziell sind, seien mit Vorsicht zu interpretieren, sagt Thomas Bucheli, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Sektion Klimapolitik. Von einer Trendwende will er deshalb nicht sprechen: «Wir gehen weiter davon aus, dass die Schweiz aufgrund des höheren Einsparpotenzials mittelfristig näher an die EU heranrücken wird.» Falls offizielle Zahlen für 2010 zeigen, dass die Schweiz gegenüber der EU erneut zurückliegt, will das Bafu die Situation analysieren.

Schweiz verliert Vorreiterrolle

Der Direktor des Importeureverbands Auto-Schweiz, Andreas Burgener, fordert nun auch für die Schweiz finanzielle Anreize für den Austausch von alten Fahrzeugen durch effizientere. Für VCS-Kampagnenleiterin Aline Trede dagegen ist klar: « Die Zahlen zeigen, dass wir bei der CO2-Reduktion nicht weiterkommen und jetzt sogar unsere Vorreiterrolle verlieren.» Der politische Druck für den Klimaschutz müsse aufrechterhalten werden. So solle der Nationalrat den Ständerats-Entscheid zu einer Ausstossgrenze von 150 Gramm pro Kilometer im CO2-Gesetz auf 130 nach unten korrigieren. Eine Austauschaktion, wie sie Burgener vorschlägt, hält Trede für prüfenswert: «Allerdings braucht es für finanzielle Anreize klare und harte Kriterien.»

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