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«Der Markt regelt dies von selbst»

Der Obwaldner Baudirektor Hans Matter ist überzeugt, dass nur gute Steuerzahler in die Sonderzonen ziehen werden. Alle anderen könnten sich dies gar nicht leisten.

«Wer sich eine solche Wohnlage leisten kann, bringt automatisch einen volkswirtschaftlichen Nutzen»: Der Obwaldner Baudirektor Hans Matter.
«Wer sich eine solche Wohnlage leisten kann, bringt automatisch einen volkswirtschaftlichen Nutzen»: Der Obwaldner Baudirektor Hans Matter.
Keystone

Herr Matter, wer darf in Obwalden künftig ein Grundstück in den geplanten Zonen mit hoher Wohnqualität erwerben?

Jede Person, die genügend Geld hat, um sich Land an einer der vorgesehenen, attraktiven Wohnlagen zu leisten.

In der Botschaft der Regierung steht aber, dass die Käufer darüber hinaus Voraussetzungen erfüllen müssen.

Wir wollen, dass die Bewohner der Zonen mit hoher Wohnqualität dem Kanton einen volkswirtschaftlichen Nutzen bringen. Sie sollen gute Steuerzahler sein oder in Obwalden neue Arbeitsplätze schaffen. Der Markt regelt diese Voraussetzungen aber von selbst. Wer sich eine solche Wohnlage leisten kann, bringt automatisch einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Der Kanton muss nicht eingreifen.

Wie garantieren Sie, dass alle Bewohner der Zonen hohe Steuererträge oder Arbeitsplätze bringen? Jemand, der viel geerbt hat, aber wenig verdient, zahlt zum Beispiel kaum Steuern, kann sich das Land aber leisten.

Das sehe ich anders. In einer teuren Liegenschaft fallen hohe Wohnkosten an. Diese können nur Menschen aufbringen, die wirtschaftlich aktiv sind. Damit ist garantiert, dass sie dem Kanton einen Nutzen bringen. Wir wollen überdies verhindern, dass sich bei uns Menschen niederlassen, die nur aus steuerlichen Gründen kommen. Die Zuzüger sollen tatsächlich hier wohnen und sich mit Obwalden identifizieren. Mit den Zonen mit hoher Wohnqualität verhindern wir, dass Obwalden zu einem Hort von Schlafvillen wird.

Warum will der Kanton erst in den Verhandlungen mit einem Käufer festlegen, welche Voraussetzungen für die Überbauung in der Zone für Reiche gelten?

Wir haben dieses Vorgehen gewählt, weil wir die Landschaft schützen wollen. Jede Geländekammer ist einzigartig. Darum möchten wir bei der Gestaltung der Aussenräume mitreden. Es sollen beispielsweise nicht lauter exotische Pflanzen bei uns stehen.

Gibt es keine Gefahr, dass der Kanton nicht mehr genau hinschaut, wenn ein milliardenschwerer Superreicher bauen will?

Überhaupt nicht. Meiner Erfahrung nach haben gerade vermögende Menschen ein grosses Interesse, dass die Landschaft in ihrer Wohnumgebung intakt bleibt.

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