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Der Chef

Falls heute die Immunität Christoph Blochers aufgehoben wird, kann Andreas Brunner ein Strafverfahren gegen den SVP-Nationalrat eröffnen. Der oberste Zürcher Strafverfolger ist ein selbstbewusster Mann.

Seine Motivation sei einzig eine juristische: Es gebe in der Affäre Hildebrand Verdachtsmomente gegen Blocher, sagt Andreas Brunner.
Seine Motivation sei einzig eine juristische: Es gebe in der Affäre Hildebrand Verdachtsmomente gegen Blocher, sagt Andreas Brunner.
Esther Michel

«Keine Homestory», sagt Andreas Brunner im Vorgespräch, das er zur Bedingung für ein Porträt macht. Es erstreckt sich über zwei Stunden. «Keine Homestory», wiederholt der 63-Jährige drei Wochen später im Interview, das mit der Frage nach seiner Prägung beginnt.

Man hat anfänglich den Eindruck, einer misstrauischen Person gegenüberzusitzen. Die nichts Persönliches preisgibt und defensiv ist, weil sie die Unabhängigkeit der Funktion nicht gefährden will. Das passt nicht zum Auftritt in der Nachrichtensendung «10 vor 10» vor ein paar Wochen. Dort exponierte sich der Chef der Zürcher Strafverfolgung stark. Nach der Hausdurchsuchung bei Christoph Blocher in der Causa Hildebrand sagte er: «Wir haben potenziell relevantes Beweismaterial gefunden.» Ein Zürcher Wirtschaftsanwalt ist überzeugt, dass sich Brunner mit diesem Satz als parteiisch verraten hat. Brunner habe Blochers Unschuldsvermutung «auf subtile Art verletzt».

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