Zum Hauptinhalt springen

Der Bund macht Schulden und verdient sogar noch Geld dabei

Das gab es in der Schweizer Finanzpolitik bisher noch nie: Der Bund nimmt Geld auf und erhält dafür sogar noch Zinsen – sogenannte Negativzinsen.

Max Spring

Für den Bund ist erstmals wahr geworden, wovon jedermann nur träumen kann: Die Bundeskasse kann sich fürs Schuldenmachen Zinserträge gutschreiben lassen. Das ist so, wie wenn jemand für den Hausbau eine Hypothek aufnimmt und dafür noch mit Zinsgutschriften belohnt wird.

Vergangene Woche nahm die Tresorerie des Bundes eine Geldmarkt-Buchforderung (GMBF) im Umfang von 600 Millionen Franken zum Einheitspreis von 100.508 Franken auf. Nach einer sechsmonatigen Laufzeit muss sie die Schuld zum Einheitspreis von 100 Franken zurückzahlen. Es fliesst also weniger Geld zurück, als die Tresorerie zuvor erhalten hat. Unter dem Strich ist das ein Zinsertrag von gut einem halben Prozent (Negativzins), wie Philipp Rohr, Sprecher der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), bestätigt. Diese Schulden schlagen also mit 3 Millionen Franken positiv zu Buche – Geld, das der Bund zum Beispiel für weiteren Schuldenabbau verwenden könnte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.