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«Das Parlament kann ja mit Blocher Hearings durchführen»

SVP-Präsident Toni Brunner über das grösste Problem seiner Partei bei den Bundesratswahlen vom 10. Dezember: Übervater Christoph Blocher.

«Ich sage ja nicht, dass Christoph Blocher gesetzt ist»: SVP-Präsident Toni Brunner.
«Ich sage ja nicht, dass Christoph Blocher gesetzt ist»: SVP-Präsident Toni Brunner.
Keystone

Bisher haben Sie stets Christoph Blocher als Nachfolger von Samuel Schmid ins Spiel gebracht. Jetzt setzen sie plötzlich auf Fraktionschef Caspar Baader. Wieso? Ich habe niemanden ins Spiel gebracht. Man hat mich gefragt, was ich zur Person Caspar Baaders meine. Weil ich ihn als eine gute Lösung bezeichnet habe, hat man dann geschrieben, ich hätte den Fraktionschef ins Spiel gebracht. Ich habe gesagt, dass unser Anforderungsprofil auch auf Caspar Baader zutreffen würde. An meiner Überzeugung hat sich nichts geändert.

Sie wollen also weiterhin Christoph Blocher als Kandidaten für die Bundesratswahlen vom 10. Dezember aufstellen? Wenn man das Anforderungsprofil anschaut, dann ist es nach wie vor so, dass Christoph Blocher dieses optimal erfüllt. Wenn das VBS auf Vordermann gebracht werden soll, braucht es eine führungsstarke Persönlichkeit. Es braucht jemanden, der sich gegenüber der Verwaltung durchsetzen kann. Es braucht auch eine krisenerprobte Persönlichkeit, die unter grossem Druck überlegt und weitsichtig entscheiden kann. Es hat mir noch nie jemand gesagt, Christoph Blocher könne all dies nicht. Die Leute, welche heute öffentlich behaupten, Blocher werde nicht gewählt, sagen mir gleichzeitig unter zwei Augen, dass sie ihm zutrauen, die Probleme im VBS zu lösen.

Die SVP will zurück in den Bundesrat. Mit einem Kandidaten wie Christoph Blocher dürfte das aber schwierig werden. Das sagen Sie.

Haben Sie denn Informationen, dass das Parlament heute anders entscheiden wird als vor einem Jahr? Angenommen, Christoph Blocher ist der offizielle SVP-Vorschlag. Dann muss sich das Parlament mit diesem Vorschlag auseinandersetzen. Von mir aus kann das Parlament auch Hearings durchführen. Letztendlich geht es aber um die Gretchenfrage: Will man die Konkordanz wieder herstellen? Auch wenn wir nach der Wahl des offiziellen SVP-Kandidaten noch nicht gemäss unserer tatsächlichen Parteistärke vertreten sind - könnten wir so die Grundlage legen, um mittelfristig wieder mit zwei Bundesräten in der Regierung vertreten zu sein.

Und wie steht es mit einem Zweier-Ticket? Das steht nicht im Vordergrund.

Mit einer Kandidatur Blochers verärgern Sie aber sehr viele Leute in Ihrer Partei. Der Präsident der Auns, Pirmin Schwander, wurde am Tag von Schmids Rücktritt als Kandidat portiert. Andere wollen ebenfalls ihre Chance wahrnehmen. Der Brief aus der Innerschweiz, in welchem man Pirmin Schwander als Kandidaten vorschlägt, haben wir bekommen, bevor Samuel Schmid seinen Rücktritt bekannt gegeben hat.

Schwanders Nominierung wurde aber am Morgen des Rücktritts noch einmal bekräftigt. Unsere Sektionen sind ja auch aufgefordert, Kandidaturen einzureichen. Sämtliche SVP-Mitglieder sind zurzeit potentielle Bundesratskandidaten.

Wenn Christoph Blocher gesetzt ist, muss das aber frustrierend sein für andere potentielle Kandidaten. Oder etwa nicht? Ich sage ja nicht, dass Christoph Blocher gesetzt ist. Ich sage nur, dass wir keine Variante ausschliessen und dass Christoph Blocher die optimalen Voraussetzungen mitbringt, um die Probleme im VBS zu lösen. Mit seinem Leistungsausweis ist er aber sicher eine wichtige Kandidatur.

Die Fraktion ist aber nicht mehr besonders begeistert über eine Kandidatur Blocher. Jede Person, welche das Anforderungsprofil erfüllt, ist im Rennen. Christoph Blocher bringt die Voraussetzungen mit, um das Amt zu erfüllen. Also bleibt er ein möglicher Kandidat.

Glauben Sie, dass die Fraktion am 27. November Christoph Blocher als Kandidaten bestätigt? Darüber möchte ich jetzt nicht spekulieren. Ich weiss ja nicht, was für Vorschläge hereinkommen werden – und vor allem wie viele Vorschläge. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir für verschiedene Szenarien offen sein. Vorerst ist nicht absehbar, wie viele sich tatsächlich zur Verfügung stellen werden.

Sind Sie sicher dass Blocher antritt? Er hat gesagt, dass wenn er angefragt würde, er sich überlegen werde. Der Ball liegt jetzt aber bei den Sektionen. Sie müssen die Kandidaturen einreichen. Danach wird der Fraktionsvorstand diese sichten und der Fraktion Vorschläge unterbreiten.

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