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«Das ist ein Spiel mit Arbeitsplätzen»

Petra Gössi: «Wenn SVP und SP Nein sagen, wird das Rahmenabkommen versenkt.» Foto: Urs Jaudas

Sie haben endlich wieder eine Frau im Bundesrat. Hoffen Sie bei den Wahlen auf denKeller-Sutter-Effekt?

Die FDP reitet seit den eidgenössischen Wahlen von 2015 auf einer Erfolgswelle bei den kantonalen Wahlen. Nun wollen Sie die SP beim Wähleranteil vom zweiten Rang verdrängen. Von wem holen Sie dieStimmen, der SVP oder der SP?

Bisher hausierte vor allem die SVP mit dem Begriff Heimat. Wollen Sie die SVP kopieren?

Zu den wichtigen Geschäften der letzten drei Jahre: Die Rentenreform ist gescheitert, das CO2-Gesetz steht auf der Kippe, mit der EU sind wir im Clinch. Was hat denn die erstarkte FDP für die Schweiz in dieser Legislatur erreicht?

Die FDP hat sich mit der SVP zusammengetan, die jeglichen Fortschritt beim Klimaschutz torpediert.

«Man kann darüber diskutieren, ob nicht nur die Frauen ein Jahr länger als heute arbeiten müssen, sondern auch die Männer.»

Wie meinen Sie das?

Früher kooperierte die FDP bei wichtigen Geschäften wie der Rentenreform mit der CVP. Geht das nicht mehr, weil die FDP nach rechts gerückt ist?

Bei der AHV hat die FDP ihr Ziel verfehlt. Um die Reform der Unternehmenssteuern mehrheitsfähig zu machen, muss sie der AHV eine Finanzspritze gewähren, ohne dass das Rentenalter erhöht wird. DerSP-Präsident feiert das als Sieg.

Die FDP wollte der AHV nur mehr Geld geben, wenn bei den Ausgaben angesetzt wird.

«Die SP macht auf Hinhaltetaktik und wartet die Wahlen ab. Das geht nicht.»

Über 50-Jährige spüren, dass sie es schwer haben auf dem Arbeitsmarkt. Sind Sie sicher, dass eine solche Rentenaltererhöhung mehrheitsfähig ist?

Die Europapolitik dominiert im Wahljahr. SVP und SP lehnen das Rahmenabkommen ab. Wie will sich die FDP da profilieren?

Aussenminister Ignazio Cassis zog rote Linien für die Verhandlungen, die nun beim Lohnschutz und bei der Unionsbürgerschaft überschritten wurden.