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«Das hat immer zu einem Prämienschock geführt»

Die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung steigen um 9,9 Prozent an. Der Wechsel zum Fallpauschalensystem verursache den Kostenschub, sagt Felix Schneuwly von Comparis.

Sanitäter bringen eine neue Patientin ins Notfallzentrum des Inselspitals Bern. (8. April 2013)
Sanitäter bringen eine neue Patientin ins Notfallzentrum des Inselspitals Bern. (8. April 2013)
Keystone

Die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung sind im ersten Halbjahr so stark gestiegen wie noch nie seit dem Jahr 2000, nämlich um 9,9 Prozent. Das schreibt die Zeitung «Schweiz am Sonntag», die sich dabei auf den Datenpool der Krankenversicherungen bezieht.

Hauptgrund sind die stationären Spitalkosten, die im Vergleich zum Vorjahressemester um 32,7 Prozent zugenommen haben. Schuld seien die Spitäler, sagen die Krankenkassen. Sie hätten den Wechsel auf Fallpauschalen im vergangenen Jahr nicht im Griff gehabt. Noch immer treffen deshalb bei den Kassen Rechnungen für Behandlungen von 2012 ein.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Die Kosten würden auch nach Wegfall des Rechnungsstau-Effekts im zweiten Halbjahr markant ansteigen, befürchtet Krankenkassenexperte Felix Schneuwly vom Vergleichsdienst Comparis.

Furcht vor Prämienschock

Denn das Fallpauschalensystem habe auch zu höheren Tarifen und einem Mengenwachstum geführt. Zudem wurde in mehreren Kantonen der Vergütungsschlüssel zulasten der Krankenkassen geändert. Wie stark der Prämienschock sein wird, hängt von der Reservesituation der Krankenkassen ab.

Die beiden grössten, Helsana und CSS, beteuern, sie hätten wegen des absehbaren Rechnungsstaus genügend Rückstellungen gebildet. Doch nicht alle waren so weitsichtig. «Der Systemwechsel verursacht einen massiven Kostenschub», sagt Felix Schneuwly zur «Schweiz am Sonntag». «Er ist keineswegs kostenneutral, wie es die Politik den Prämienzahlern versprochen hatte.»

Die Prämien reichten deshalb nicht zur Deckung der stark steigenden Kosten aus. Etliche Kassen wollten ihre Reserven anzapfen. «Das hat in der Vergangenheit immer zu einem Prämienschock geführt», warnt Schneuwly.

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