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«Dann kann ich es auch gleich sein lassen»

Das Surfen mit Smartphones im Internet gerät in der Schweiz immer wieder zum Ärgernis. Ein Test offenbart Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Mobilfunkanbietern.

Ein Test von Kassensturz zeigt: Mit Swisscom surft es sich am besten.
Ein Test von Kassensturz zeigt: Mit Swisscom surft es sich am besten.
Keystone

«Mit Sunrise surfen sie auf dem Highspeed-Netzwerk» lautet eine aktuelle Werbung des Telekommunikationsanbieters. Doch diese Aussage ist nur die halbe Wahrheit. «Kassensturz» hat im grössten bisher durchgeführten Test die Netze der drei Provider untersucht und die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Mobilnetze auf Herz und Nieren geprüft.

An über hundert Standorten in der Schweiz prüfte das Spezialistenteam um den Ingenieur Gregor Feneberg sowohl das GSM-Netz als auch das UMTS-Netz, welches wichtig ist für das Internetsurfen via Handy. Eine Woche lang fuhr das Team durch die Schweiz und legte dabei 1100 Kilometer mit dem Auto und 1300 Kilometer mit dem Zug zurück.

Surfen als Frust

Der Test endet mit einem ernüchternden Resultat: Keiner der drei Mobilfunkanbieter überzeugte im Vergleich. Vor allem der Internetempfang im Zug mit dem Mobiltelefon wird bei Sunrise und Orange als schwach eingestuft. Nur die Swisscom hebt sich ein wenig von der Konkurrenz ab und ging als Sieger des Tests hervor. «Das Surfen im Internet im Zug ist sehr frustierend», sagt ein Pendler gegenüber «Kassensturz». «Immer wieder treten Lücken auf, da kann ich es auch gleich sein lassen», sagt der junge Mann.

Das Resultat scheint umso ärgerlicher, da ein besserer Empfang bei Internethandys eigentlich möglich wäre, wie ein Vergleich mit dem Ausland zeigt: «Wir haben gesehen, dass in anderen Ländern, vor allem in Südeuropa, einige Provider ihren Kunden bessere und schnellere Internetverbindungen zur Verfügung stellen», sagt Gregor Feneberg. Bei den fünf getesteten Ländern ist nur in Belgien die Download-Rate noch schlechter als in der Schweiz.

Umrüstung dauert bis ins Jahr 2014

Etwas erfreulicher zeigt sich die Situation beim Telefonieren: Alle drei Mobilfunkbieter bieten ihren Kunden einen grösstenteils guten Empfang. In Städten ist der Empfang sogar lückenlos, währenddem sich in ländlichen Regionen immer noch einzelne Funklöcher auftun – vor allem beim Anbieter Orange.

Orange liess auf Anfrage von «Kassensturz» mitteilen, dass sie in nächster Zeit 700 Millionen Franken in den Ausbau ihrer Netzwerke investieren wollen. Ob sich die Situation für die rund eine Million Nutzer internettauglicher Smartphones auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert, darf bezweifelt werden: Die SBB und die drei Schweizer Mobilfunkanbieter arbeiten zurzeit an einer Umrüstung. Doch diese dauert gemäss «Kassensturz» noch bis ins Jahr 2014.

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