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Über 50 Stunden fliegt der Bundesratsjet leer herum

Die Bundesräte nehmen aus Kostengründen immer wieder den Linienflug. Gleichzeitig gibt es viele Leerflüge mit der Regierungsflotte. Das soll sich ändern.

Hier befindet sich die Dienststelle des Lufttransportdienstes des Bundes: Der Flughafen Bern-Belp.
Hier befindet sich die Dienststelle des Lufttransportdienstes des Bundes: Der Flughafen Bern-Belp.
Keystone
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Ab nächstem Jahr könnte Staatssekretär Roberto Balzaretti vom Aussendepartement immerhin mit dem Bundesratsjet an die schwierigen EU-Verhandlungen nach Brüssel fliegen. Die Dassault Falcon 900-EX war bislang der Landesregierung oder Staatsgästen vorbehalten.

Neu dürfen auch die fünf Staatssekretärinnen und Staatssekretäre Bundesratsjets und Helikopter benutzen. Das hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Heute können in der Regel nur Mitglieder des Bundesrats, der Bundeskanzler, die Rats- und Bundesgerichtspräsidien sowie Staatsgäste mit dem Lufttransportdienst fliegen.

Der Bundesrat will damit den Lufttransportdienst besser auslasten. «Unsere Flugzeuge und Helikopter sollen in Zukunft noch besser genutzt werden», sagt Lorenz Frischknecht vom Verteidigungsdepartement (VBS). 2017 waren die verschiedenen Flugzeuge und Helikopter insgesamt 824 Stunden in der Luft, 623 Stunden davon für den Bundesrat. Das kostete rund 5 Millionen Franken.

Künftig mit dem Jet unterwegs: EDA-Staatssekretär Roberto Balzaretti (links) mit Aussenminister Ignazio Cassis. Foto: Keystone
Künftig mit dem Jet unterwegs: EDA-Staatssekretär Roberto Balzaretti (links) mit Aussenminister Ignazio Cassis. Foto: Keystone

Der Lufttransportdienst ist eine Abteilung der Schweizer Luftwaffe. Deren Piloten müssen eine bestimmte Zahl an Flugstunden pro Jahr auf ihren jeweiligen Flugzeugtypen absolvieren. Beim Bundesratsjet oder den Eurocoptern der Landesregierung sind es 150 Stunden pro Jahr. «Damit die Piloten diese erreichen, müssen sie manchmal auch ohne Passagiere fliegen», sagt Frischknecht. Im letzten Jahr waren es rund 53 Stunden für Trainings- und Leerflüge.

5 Millionen Franken für VIP-Flüge

Das soll künftig so selten wie möglich nötig sein. Darum hat der Bundesrat die Vorschrift aufgehoben, wonach das VBS die Flüge der Bundesräte und Departemente verrechnen muss. Dabei handelte es sich rein um eine buchhalterische Massnahme, Geld ist dabei keines geflossen. Neu fällt dieser administrative Aufwand weg. So soll der Anreiz gesteigert werden, den Lufttransportdienst häufiger zu nutzen.

Heisst das jetzt, dass die Landesregierung ständig in der Luft sein wird? Frischknecht vom VBS erwartet aufgrund der Verordnungsänderung keinen grossen Anstieg der bundesrätlichen Flugreisen. «Der Bundesrat will, dass die VIP künftig die eigenen Maschinen nutzen, anstatt mit privaten Linienflügen zu reisen.» Es mache schliesslich keinen Sinn, die Airline zu nehmen und dann den Bundesratsjet leer herumfliegen zu lassen, damit die Piloten auf ihre Trainingsstunden kommen.

SDA/anf/hvw

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