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Bund droht randalierenden Fans mit Rauswurf aus Zügen

Die SBB und der Bund haben genug von Fussballfans, die in den Zügen alles kurz und klein schlagen und andere Reisende gefährden. Zur Diskussion steht gar ein Rausschmiss aus dem Zug – auf offener Strecke.

Fans von Feyenoord Rotterdam randalieren in Basel auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion. (16. Dezember 2004)
Fans von Feyenoord Rotterdam randalieren in Basel auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion. (16. Dezember 2004)
Keystone
Vor fünf Jahren kam es in Basel zu schlimmen Fan-Ausschreitungen nach dem entscheidenden Spiel des FCB gegen den FCZ: Die Polizei bildet einen Sicherheitsgürtel in der Platzmitte nachdem Chaoten den Platz stürmten, 13. Mai 2006 im St.-Jakob-Park.
Vor fünf Jahren kam es in Basel zu schlimmen Fan-Ausschreitungen nach dem entscheidenden Spiel des FCB gegen den FCZ: Die Polizei bildet einen Sicherheitsgürtel in der Platzmitte nachdem Chaoten den Platz stürmten, 13. Mai 2006 im St.-Jakob-Park.
Keystone
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«So wie heute kann es nicht weitergehen», sagte Peter Füglistaler, Chef des Bundesamts für Verkehr (BAV), in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» und «Le Matin Dimanche». Im Vorfeld eines auf Ende Juni angesetzten Spitzentreffens zwischen Vertretern des BAV und der SBB bekräftigt er die Entschlossenheit, etwas gegen die Hooligans zu tun.

Es könne nicht Aufgabe des öffentlichen Verkehrs sein, randalierende und betrunkene Fans um jeden Preis zu transportieren. Deshalb werde geprüft, ob die Transportpflicht in solchen Fällen aufgehoben werden könne. Füglistaler kann sich durchaus vorstellen, dass ein betroffener Zug auf offenem Feld anhält und die Randalierer kurzerhand rausgeworfen werden.

«Ein Kleinbus wird auch aus dem Verkehr gezogen»

«Wenn die Polizei auf der Strasse einen Kleinbus mit randalierenden Fans sieht, zieht sie ihn auch aus dem Verkehr. Wieso soll das beim öffentlichen Verkehr anders sein?» Das BAV als Aufsichtsbehörde müsse den Bahnen helfen. Die Sicherheit des Bahnbetriebs und der anderen Fahrgäste stehe an oberster Stelle.

Auch der Bundesrat stellt den Schutz der Bahnkunden vor die Interessen der Fussballvereine, wie er vor knapp zwei Wochen in einer schriftlichen Antwort auf Fragen aus dem Parlament festhielt.

Jährlich Schäden in Millionenhöhe

Randalierende Fussballfans verursachen in den Zügen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Allein beim Cupfinal von Ende Mai zwischen dem FC Sion und Neuchâtel Xamax entstand Sachschaden in fünfstelliger Höhe.

Um die Fussballfans von den anderen Bahnreisenden zu trennen, setzt die SBB jeweils Sonderzüge mit verbilligten Ticketpreisen ein. Aber auch diese Massnahme bietet den anderen Bahnkunden nur bedingten Schutz: Anlässlich des letzten Cupfinals wurde eine Drittperson in Lausanne durch einen Flaschenwurf aus einem Sonderzug verletzt. In Neuenburg und Biel mussten für die Durchfahrt sogar Perrons evakuiert werden.

SDA/pbe

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