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Blocher plant Comeback

Alt-Bundesrat Christoph Blocher plant ernsthaft eine Rückkehr in den Nationalrat. «Die politische Diskussion um einen EU-Beitritt macht eine Kandidatur im Herbst 2011 immer nötiger», sagte er.

Will offenbar zurück in den Nationalrat: Christoph Blocher.
Will offenbar zurück in den Nationalrat: Christoph Blocher.
Keystone

Christoph Blocher kündigte in der «SonntagsZeitun» an, er werde für seine Partei eine wichtige Rolle im Wahlkampf spielen. Die SVP ist bereits daran, einen Wahlkampf mit Blocher auf die Beine zu stellen. SVP-Präsident Toni Brunner spricht von einem Wahlkampf, der ein Plebiszit werde über Blocher und dessen Politik.

Blocher macht derweil auf allen Ebenen mobil gegen einen Beitritt der Schweiz zum EWR oder gar zur EU. Er will neben der Frontorganisation Auns einen Intellektuell-Klub auf die Beine stellen. «Vielleicht gründe ich einen EU-kritischen liberalen Think-Tank, nachdem sich die Avenir Suisse zum Gegenteil entwickelt hat», sagt der Chefstratege der SVP im Interview mit der Zeitung «Sonntag».

Er soll ähnliches leisten wie der Wirtschafts-Think-Thank, «à la Avenir Suisse», wie es Blocher formuliert. «Wenn die Intellektuellen schon ein derartiges Gewicht haben sollen, können wir auf der Gegenseite genau dieselbe Intellektualität einbringen.» Es gebe viele liberale Intellektuelle, die skeptisch seien gegenüber EU und EWR. «Es geht aber nicht darum, die Auns zu ersetzen», betont Blocher.

«Solange ich die Kraft dazu habe»

Er denkt an die Publikation von Büchern, an Forschungen und an ein Informationsbulletin. «Wir könnten dasselbe tun, was Avenir Suisse macht», sagt Blocher. «Im Gegensatz zu ihr würden wir aber auch EU-Befürworter zu Wort kommen lassen - schon damit man sie widerlegen kann. Nur keine Denkverbote.» Ob er den Think Tank ganz oder zumindest teilweise finanzieren werde, beantwortet Blocher nicht. «Die Fragen sind verfrüht. Es sind ja erst Ideen.»

Christoph Blocher ist als Politiker 1992 mit dem Nein der Schweiz zum EWR zum bedeutenden Oppositionspolitiker geworden. Diesen Kampf will er nun entschlossen weiter führen, «solange ich die Kraft dazu habe». Das tue er mit oder ohne Nationalratsmandat. Ob sich Blocher 2011 tatsächlich als Nationalrats-Kandidat auf die SVP-Liste des Kantons Zürich setzen lässt, wie sich dies seine Parteikollegen wünschen, ist offen. «Das werde ich im Frühling entscheiden», sagt er. Sachlich gesehen müsste er den Schritt «vielleicht nochmals tun».

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