Bildung und Digitalisierung

Zahlreiche andere Länder sind uns im Umgang mit neuen Technologien und Digitalisierung voraus. Um den wichtigen Anschluss nicht gänzlich zu verlieren, müssen wir jetzt handeln.

Auch weiterführende Schulen wie Gymnasien oder Fachhochschulen, oder Berufslehren müssen sich zwingend auf das neue Zeitalter einstellen, damit eine Vertrautheit mit den neuen Technologien gewährleistet ist.

Auch weiterführende Schulen wie Gymnasien oder Fachhochschulen, oder Berufslehren müssen sich zwingend auf das neue Zeitalter einstellen, damit eine Vertrautheit mit den neuen Technologien gewährleistet ist.

(Bild: Keystone)

Christoph Eymann

Die Schweizer Bildungslandschaft wird durch die Digitalisierung starke Veränderungen erfahren. Überall wo Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden, erfolgt dies künftig anders als heute. Dieser Prozess hat bereits begonnen. Die Volksschule, die weiterführenden Schulen, die Berufslehre, die höhere Berufsbildung, die Fachhochschulen und die Universitäten – Lehre, Forschung und Organisation sind betroffen – müssen sich zwingend auf das neue Zeitalter einstellen.

Gleiches gilt für die Arbeitswelt. Man spricht von der digitalen Revolution; in Anlehnung an den Begriff Industrielle Revolution. Weil in der Wirtschaft Menschen beschäftigt sind, die nicht mit den neuen Technologien vertraut sind, müssen auch Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten angeboten werden. Das kostet Geld, sehr viel Geld.

Wir müssen jetzt handeln

Wenn wir nicht wollen, dass die jungen Leute, die in unserem Land ausgebildet werden, gegenüber solchen aus anderen Ländern benachteiligt sind, müssen wir handeln – jetzt. Skandinavische Länder, die Benelux-Staaten, Deutschland, China, Südkorea und andere sind uns zum Teil weit voraus. Wenn wir nicht riskieren wollen, dass sich Arbeitskräfte in neuen Berufsfeldern nicht zurechtfinden und deshalb arbeitslos werden, müssen wir in die Weiterbildung investieren. Es braucht jetzt ein Impulsprogramm des Bundes, um kantonale und Eidgenössische Universitäten, Fachhochschulen, die Berufs und auch die Weiterbildung auf die Neuerungen vorzubereiten.

Es freut mich, dass eine Motion, die ich wesentlich mitgestaltet habe, von der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats als Kommissionsvorstoss angenommen worden ist. Der Nationalrat hat der Forderung am 20. Juni mit grossem Mehr und gegen den Willen des Bundesrats zugestimmt. Wenn dies auch der Ständerat tut, wird der Bund eine separate Vorlage ausarbeiten müssen. Die Universitäten, die Fachhochschule, die Berufsbildung und die Weiterbildung können dann für ihren Digitalisierungsaufwand mit Bundesgeldern unterstützt werden.

Veränderung durch Digitalisierung

Voraussetzung ist, dass die Kantone als Träger der Hochschulen und Mitfinanzierende der Berufsbildung und auch Private bei der Weiterbildung gleich hohe Beträge leisten. So kann sichergestellt werden, dass – falls der Betrag, den der Bundesrat dann vorschlagen muss, genügend hoch ist – ein wichtiger Schritt in der Schweizer Bildungspolitik rasch erfolgen kann.

Ich hoffe, dass der Bundesrat die Bedeutung der Bildung für unser Land auch mit Blick auf die Veränderungen durch die Digitalisierung erkennt und zu stärkerem Engagement bereit ist.

Basler Zeitung

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