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Besuch im Bunker der Regierung

Gebaut, als der Kalte Krieg sich schon dem Ende zuneigte, steht seit 1985 in Utzigen ein grosser Bunker, der im Kriegsfall auch die Berner Kantonsregierung hätte beherbergen sollen. Die Anlage hat ausgedient, wird aber «konserviert».

Ein karges Zimmer für zwei Regierungsräte: Ein Etagenbett, ein Schreibtisch.
Ein karges Zimmer für zwei Regierungsräte: Ein Etagenbett, ein Schreibtisch.
Valérie Chételat
Der Blick aus der Loge beim Bunkereingang.
Der Blick aus der Loge beim Bunkereingang.
Valérie Chételat
Die Zeit scheint stillzustehen, doch die Uhr tickt noch.
Die Zeit scheint stillzustehen, doch die Uhr tickt noch.
Valérie Chételat
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In der Oberwelt, in der klobigen Scheune beim Pflegeheim Utzigen, riecht es nach Heu. In der Unterwelt, im zweistöckigen Bunker unter der Scheune, riecht es nach nichts: Es ist kühl in der grossen Anlage, 12 bis 15 Grad, leise surren einige Entfeuchter. Die Zeit scheint stillzustehen. Die Betonwände des Bunkers sind in unterschiedlichen Farben gestrichen, grün im militärischen, orange im zivilen, gelb im gemeinsamen Teil der Anlage. Neonröhren werfen ihr grelles Licht. Wasserrohre und Kabelkanäle hängen an den Decken der langen Gänge. Einige auf Pavatex aufgezogene grossformatige Fotografien zeigen sommerliche und winterliche Landschaften, die Wand eines Aufenthaltsraums ziert eine Strassenszene aus Bern (mit Trams, die noch grün sind) – doch Leben bringen die Bilder nicht in die sterile Anlage.

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