Behörden liefern Mafioso nach Italien aus

Auf ein im März im Wallis festgenommenes Mitglied der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta wartet jetzt eine lange Haftstrafe in seinem Heimatland.

Drogen, Epressung und bedingungsloser Gehorsam: Screenshot einer Videosequenz der kalabresischen Polizei aus dem Jahr 2014. Ein Dutzend 'Ndrangheta-Mitglieder sitzen um zwei Tische im Clubraum des Restaurants Schäfli in Wängi TG.

Drogen, Epressung und bedingungsloser Gehorsam: Screenshot einer Videosequenz der kalabresischen Polizei aus dem Jahr 2014. Ein Dutzend 'Ndrangheta-Mitglieder sitzen um zwei Tische im Clubraum des Restaurants Schäfli in Wängi TG.

(Bild: Keystone)

Eines der beiden Mitglieder des Verbrechersyndikats 'Ndrangheta, die im Frühjahr in Stalden und Saas-Grund verhaftet worden waren, ist am Dienstag nach Italien ausgeliefert worden. Zwei italienische Polizeibeamte begleiteten den Mann auf dem Flug von Genf nach Rom.

Das Bundesamt für Justiz bestätigte am Mittwoch eine Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Der Mann war in Italien wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Er hatte am 13. Juni über seinen Anwalt der Auslieferung zugestimmt.

Schlag gegen 'Ndrangheta-Zelle in der Schweiz

Der zweite im Wallis verhafteten Italiener kündigte hingegen an, beim Bundesstrafgericht Beschwerde gegen den Auslieferungsentscheid einzureichen, wie das BJ weiter mitteilte. Ihn hatte das Gericht in Reggio Calabria wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation in Abwesenheit zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Zusammen mit den beiden Männern waren bei der koordinierten Aktion im März in den Kantonen Thurgau und Zürich 13 weitere mutmassliche 'Ndrangheta-Mitglieder festgenommen worden. Bei ihnen besteht aber grundsätzlich keine Auslieferungsverpflichtung, weil die strafbaren Handlungen in der Schweiz begangen worden sein sollen.

Die italienischen Staatsbürger wurden wenige Tage später gegen Kaution und weitere Auflagen aus der Haft entlassen. Gemäss den italienischen Behörden sollen die Verdächtigen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich den hierarchischen Strukturen und dem bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben.

jros/sda

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