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Befreiungsaktion erst im letzten Moment gestoppt

Max Göldi und Rachid Hamdani wurden im Juli 2008 in Libyen festgenommen. Die Schweizer Armee wollte sie befreien. Ein internes Papier gibt erstmals detaillierten Einblick in die geplanten Aktionen.

Wurden im Juli 2008 in Libyen festgenommen: Rachid Hamdani (l.) und Max Goeldi zeigen die Solidaritätskarten, die sie im Dezember 2009 aus der Schweiz erhalten haben.
Wurden im Juli 2008 in Libyen festgenommen: Rachid Hamdani (l.) und Max Goeldi zeigen die Solidaritätskarten, die sie im Dezember 2009 aus der Schweiz erhalten haben.
Keystone

Im Fall der beiden monatelang in Libyen festgehaltenen Schweizer Geschäftsmänner hat die Schweiz an mehreren Plänen für eine Befreiungsaktion gearbeitet. Zur Vorbereitung befand sich sogar ein Soldat einer Aufklärungseinheit für einen Geheimeinsatz in dem nordafrikanischen Land, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf ein Dokument aus dem Aussenministerium berichtete.

Demnach wurde eine geplante Befreiungsaktion unter Mithilfe eines Beduinenstammes erst im letzten Moment gestoppt. Das Aussenministerium wollte den Bericht des Blattes am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren.

Drei Einsatzkonzepte zur Befreiung

Nach der Festnahme der beiden Geschäftsmänner Max Göldi und Rachid Hamdani im Juli 2008 entwarf die Schweizer Armee zwischen November 2008 und Mai 2009 dem Zeitungsbericht zufolge drei Einsatzkonzepte zur Befreiung der Männer. Für die Planung aller drei Konzepte seien Mitglieder der Aufklärungseinheit der Armee (AAD 10) im Ausland unterwegs gewesen.

In einem Fall habe ein Soldat in Zivil, unbewaffnet und mit gültigem Visum auch libyschen Boden betreten. Die Einsätze haben sich demnach «auf die Informationsbeschaffung und logistische Aufgaben» wie die Auskundschaftung beschränkt.

Während zwei der Konzepte laut der «NZZ am Sonntag» die Planungsphase nie überschritten, wurde demnach aber eine Befreiungsaktion kurz vor ihrem Beginn wieder abgeblasen, weil Libyen offenbar vage Kenntnis über die Pläne bekommen hatte. Der Plan sah dem Bericht zufolge vor, die beiden Männer über einen Nachbarstaat Libyens und unter Mithilfe eines Beduinenstammes zu befreien.

An geheimen Ort gebracht

Göldi und Hamdani wurden im Juli 2008 in Libyen festgenommen. Vorausgegangen war eine vorübergehende Festnahme des Sohns des libyschen Machthabers Muammar Ghadhafi, Hannibal Ghadhafi, und dessen Frau wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Hotelangestellten in Genf. Am 18. September 2009 wurden Göldi und Hamdani von libyschen Behördenvertretern aus der schweizerischen Botschaft in Tripolis an einen geheimen Ort gebracht und dort bis zum 9. November 2009 festgehalten.

Schliesslich wurden sie zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt. Hamdani kam im Februar 2010 frei, Göldi konnte das Land im Juni verlassen. Die ganze Affäre hatte schwere diplomatische Verstimmungen zwischen den beiden Ländern ausgelöst.

AFP/bru

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