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Bau, Betrieb, Unfälle, Umwelt – was der Verkehr die Schweiz kostet

Ob Strasse, Schiene oder Luft: Neue Zahlen zeigen, wie die verschiedenen Verkehrsträger zu Buche schlagen – und zu welchem Grad die Benutzer die Kosten tragen.

Wo Bahn und Autobahn den gleichen Weg gehen: Verkehrsadern in Pollegio im Tessin.
Wo Bahn und Autobahn den gleichen Weg gehen: Verkehrsadern in Pollegio im Tessin.
Keystone

Die Gesamtkosten des Verkehrs in der Schweiz beliefen sich im Jahr 2010 auf 94,7 Milliarden Franken, wie es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Statistik heisst. Dies entspreche pro Einwohner rund 12‘000 Franken.

 So sind die Kosten aufgeteilt: Strasse kostet acht mal mehr als Schiene (Quelle: BFS, 14. April 2015).
So sind die Kosten aufgeteilt: Strasse kostet acht mal mehr als Schiene (Quelle: BFS, 14. April 2015).

Dazu trugen der Strassenverkehr 78,0 Milliarden, der Schienenverkehr 10,3 Milliarden und der Luftverkehr 6,4 Milliarden Franken bei. Keine der Nutzergruppen habe die verursachten Kosten vollumfänglich selbst getragen, weder im Personen- noch im Güterverkehr. Dies würde die neusten Ergebnisse der Statistik der Kosten und der Finanzierung des Verkehrs des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigen.

20 Milliarden für Unfälle und Umwelt-Schäden

Die Gesamtkosten für den Verkehr in der Schweiz setzten sich wie folgt zusammen. Die Anschaffung, der Betrieb und der Unterhalt der Verkehrsmittel (Strasse, Schiene und Luft zusammen) kosteten im Jahr 2010 58,6 Milliarden Franken. Dies ist annähernd viermal so viel wie für Betrieb, Ausbau und Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur (15,6 Milliarden Franken). Weitere 12,0 Milliarden Franken wurden durch Unfälle und 8,5 Milliarden durch negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit verursacht.

 Verkehrsmittel als grösster Budgetposten: So viel kosten Fahrzeuge, Infrastruktur und Unfälle (Quelle: BFS, 14. April 2015). Klicken zum Vergrössern.
Verkehrsmittel als grösster Budgetposten: So viel kosten Fahrzeuge, Infrastruktur und Unfälle (Quelle: BFS, 14. April 2015). Klicken zum Vergrössern.

Im Personenverkehr würden 83 Prozent der Kosten von den Verkehrsnutzenden finanziert. Im privaten motorisierten Strassenverkehr liege der entsprechende Anteil mit 90 Prozent zwar etwas höher. Der verbleibende Zehntel (5,2 Milliarden Franken) hätte aber von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Dies in Form von Umweltschäden sowie Gesundheitskosten und Unfallfolgen für Dritte.

Keine vollständige Kostendeckung

Der öffentliche Verkehr wird zur Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung und zur Förderung der Nachhaltigkeit staatlich unterstützt. Dies führe dazu, dass Bahnpassagiere und öffentliche Hand mit 48 beziehungsweise 47 Prozent etwa einen gleich grossen Kostenanteil übernehmen. Die restlichen 5 Prozent würden zu Lasten der Allgemeinheit gehen.

Schiene stark subventioniert: Wer welchen Anteil an den Verkehrskosten bezahlt (Quelle: BFS, 14. April 2015). Klicken zum Vergrössern.
Schiene stark subventioniert: Wer welchen Anteil an den Verkehrskosten bezahlt (Quelle: BFS, 14. April 2015). Klicken zum Vergrössern.

Im Luftverkehr hätten 83 Prozent der Kosten durch Transportentgelte gedeckt werden können. Zwei Prozent (137 Millionen Franken) finanzierten die Luftfahrtunternehmen und Flughafenbetreiber mit Gewinnen aus Nebengeschäften und 15 Prozent (841 Millionen Franken) verblieben der Allgemeinheit, vor allem infolge von Klimaschäden und Fluglärm. Einzig beim Langsamverkehr entstanden schlussendlich keine Kosten für die Allgemeinheit.

Auch im Güterverkehr auf der Strasse sei keine vollständige Kostendeckung erreicht worden. Im Schwerverkehr war sie mit 97 Prozent etwas höher als bei den Lieferwagen (94 Prozent). Insgesamt wurde die Allgemeinheit aufgrund des Strassengüterverkehrs mit Kosten von 844 Millionen belastet. Beim Luftverkehr übernahmen die Verkehrsnutzenden 81 Prozent der Kosten und 8 Prozent konnten mit Gewinnen aus Nebengeschäften kompensiert werden. Mit dem Ziel der Verlagerung von der Strasse auf die Schiene wurde der Schienengüterverkehr von der öffentlichen Hand mit 561 Millionen Franken unterstützt, weshalb dort die Verkehrsnutzenden lediglich 54 Prozent der Kosten zu übernehmen hatten.

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