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«Bashar al-Assad hat uns bessere Bedingungen gewährt»

Peter Maurer ist seit 100 Tagen als Präsident des IKRK im Amt. Sein wichtigster Task: Verhandlungen mit dem syrischen Regime. Sorge bereitet ihm auch die Eurokrise.

«Besonders wichtig waren die Reisen nach Afghanistan und Syrien»: IKRK-Chef Peter Maurer über seine ersten drei Monate im Amt.
«Besonders wichtig waren die Reisen nach Afghanistan und Syrien»: IKRK-Chef Peter Maurer über seine ersten drei Monate im Amt.
Keystone

Am 1. Juli 2012 nahm der Schweizer Diplomat Peter Maurer sein Amt als Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) auf. In einem Interview mit der «Aargauer Zeitung / Südostschweiz» zieht er eine erste Bilanz und erklärt, worin er seine Aufgabe sieht: Nach innen sei er verantwortlich für eine sehr grosse internationale Organisation, nach aussen sei er Diplomat für die Humanität, Spendensammler und Netzwerker (Artikel online nicht verfügbar).

Er sei in den vergangenen drei Monaten viel gereist, erklärte der 55-Jährige. «Besonders wichtig waren jedoch die Reisen in unsere derzeit wichtigsten Einsatzgebiete, Afghanistan und Syrien.» In Syrien habe man bereits Fortschritte erzielen können in Bezug auf den Zugang zu einzelnen Gebieten und die Einfuhr von Hilfsmitteln und Medikamenten. Mehr sei ihnen aber noch nicht gewährt worden. «Für uns und unsere Kollegen vom Syrisch-Arabischen Roten Halbmond an der Front konnten wir jedoch bessere Bedingungen erzielen – wenn auch nicht so viele, wie wir uns wünschen», sagte der gebürtige Thuner.

«Von der finanziellen Situation der Geberstaaten abhängig»

Doch beim Syrischen Halbmond hat ausgerechnet Präsident Bashar al-Assad persönlich den Vorsitz. Kann die Organisation also tatsächlich unabhängig operieren? Die Situation an der Front sei sehr unübersichtlich, so Maurer. «Niemand weiss, wo die Frontlinien verlaufen.» Deshalb, so glaubt er, sei der Syrische Halbmond heute unabhängiger als noch vor 18 Monaten. «Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass die syrischen Kollegen so aufgestellt sind, dass sie ihre immens wichtige Arbeit verrichten können – auch, weil sie sich auf aussergewöhnlich viele Freiwillige stützen können», sagte er gegenüber der «Aargauer Zeitung / Südostschweiz».

Sorgen bereitet Maurer die Eurokrise: «Wir sind schliesslich von der finanziellen Situation der Geberstaaten abhängig», äusserte er sich. Durch Verbesserungen in der Kommunikationstechnologie will er dafür sorgen, dass das IKRK noch wirksamer wird. Und er will den Kreis der Spenderländer erweitern: Aktuell sei er im Gespräch mit Brasilien und Mexiko. «Wichtiger als das schnelle Geld ist mir jedoch, dass wir mit diesen Ländern eine langfristige und stabile Partnerschaft aufbauen», sagte er.

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