Auf die Frau gespielt

Der Abgang von Liechtensteins Aussenministerin hat nicht nur sachliche Gründe.

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Christian Zürcher@suertscher

Die Aussenministerin Liechtensteins ist weg. Das Parlament hat Aurelia Frick das Vertrauen entzogen, weil sie ihre Ausgaben überzogen und sich unkooperativ verhalten hat. Klingt schlüssig. So funktioniert Politik – fehlt das Vertrauen, ist man weg.

Wer aber die Affäre verfolgte, stösst auf ein anderes, ebenso gängiges Muster. Unter dem Mantel von Sachlichkeit und Transparenz wird eine Person destabilisiert, bis sie einbricht. Dass es sich hier um eine Frau handelt, ist kein Zufall. Dass es vor allem Männer waren, die gegen sie gestimmt haben: ebenfalls. Frick hat im Ländle angeeckt. Sie war selbstbewusst und hatte eine hohe Medienpräsenz, um die sie sich auch bemühte (was die Männer störte). Sie setzte modische Akzente (was die Männer ebenso störte) und forderte eine Frauenquote (was die Männer noch viel mehr störte).

Sachliche Debatten: unmöglich

So kam es, dass Frick sich bei einer Rede die rhetorische Frage stellte, ob die Geschehnisse auch passiert wären, wenn sie nicht Aurelia, sondern Aurelio Frick hiesse? Ihre Antwort: «Nein.» Statt die Worte zu reflektieren, wurden sie im Fürstentum als billige Ausrede und dummes Geschwätz taxiert. Kurz darauf forderte der Regierungschef im Radio: «Aurelia muss die Hosen runterlassen!» Der Satz setzte endgültig eine Tonalität, die eine sachliche und fortschrittliche Debatte verunmöglichte.

Vielleicht passt das aber auch nur zu einem Land, in dem der Erbprinz vor der Fristenlösungsabstimmung sagt, er werde bei einem Ja sein Veto einlegen. Oder in dem ein Parlamentarier Aurelia Frick tatsächlich fragt, ob ihre Widerborstigkeit gegenüber der Geschäftsprüfungskommission (bestehend aus fünf Männern) damit zusammenhänge, dass sie ein Problem mit Männern habe.

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