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Astag fehlen 25'000 Chauffeure

Der Nutzfahrzeugverband rechnet für die kommenden Jahre mit einer Zunahme des Güterverkehrs auf den Strassen. Spediteure werden aber nicht nur dadurch vor Nachwuchsprobleme gestellt.

Könnten laut Astag bald Mangelware sein: Lastwagenchauffeure in der Schweiz.
Könnten laut Astag bald Mangelware sein: Lastwagenchauffeure in der Schweiz.
Keystone

Der Nutzfahrzeugverband Astag fürchtet um den Nachwuchs bei den Lastwagenchauffeuren: Weil die Branche überreglementiert sei, fehlten in der Schweiz bis in zehn Jahren bis zu 25'000 Chauffeure. Der Bund müsse dringend Auflagen und Vorschriften lockern.

Eigentlich hatte Astag-Zentralpräsident Adrian Amstutz (SVP) am Mittwoch in Bern eine positive Nachricht zu verkünden: Die Transportbranche findet wieder mehr Lehrlinge. Gegenwärtig befinden sich 640 junge Chauffeure und Chauffeusen in der Ausbildung, das sind drei Prozent mehr als 2010.

Güterverkehr auf der Strasse nimmt zu

Für den Astag ist dies jedoch viel zu wenig. Das Interesse am Transportberuf sei zwar wieder gestiegen, aber viel zu wenig, um den steigenden Bedarf an Chauffeuren zu decken.

Die grössere Nachfrage hat laut Nutzfahrzeugverband zwei Gründe: Einerseits werden in den kommenden Jahren zahlreiche altgediente Lastwagenfahrer pensioniert. Andererseits rechnet der Astag damit, dass der Güterverkehr auf der Strasse massiv ansteigen wird. Neueste Berechnungen für die Schweiz und Westeuropa gingen von einer Steigerung von 25 Prozent bis zum Jahr 2025 aus, so Amstutz. Weil niemand grössere Lastwagen wolle, seien künftig mehr Chauffeure nötig.

Schlechter Ruf für Chauffeure

In der Schweiz haben rund 70'000 Personen den Ausweis für schwere Nutzfahrzeuge. Etwa 50'000 davon sind aktiv als Chauffeure unterwegs - für den Astag etwa 15'000 bis 25'000 Fahrer zu wenig, um der künftigen Nachfrage gerecht zu werden.

Dass sich nicht mehr Junge für diese Branche entscheiden, hat für den Verband mehrere Gründe. Einerseits leide der Chauffeurberuf unter einem schlechten Ruf, andererseits sei die Transportbranche in gewissen Kreisen stark umstritten.

Auf Branchenseite seien aber vor allem die Auflagen und Vorschriften, die der Bund der Fuhrunternehmen auferlege, abschreckend. Diese würden nicht wenige Fahrer dazu bringen, ihren Beruf nach wenigen Jahren wieder aufzugeben.

Engpässe auf Strassen müssen beseitigt werde

Der Astag fordert deshalb vom Bund, die Vorschriften generell zu lockern und die Hürden für den Berufseinstieg zu senken. Dazu gehört etwa, eine zweijährige Attestlehre zu genehmigen, die sich an Jugendliche richtet, welche die dreijährige Lehre nicht schaffen würden.

Ohne bessere Rahmenbedingungen läuft für den Astag aber nichts. Man brauche jetzt eine rasche Engpassbeseitigung auf den Nationalstrassen, sagt Amstutz. Chauffeure seien nicht dazu da, im Stau zu stehen, sondern um Aufträge termingerecht erledigen zu können.

Dass die Güter künftig mehrheitlich per Bahn transportiert werden, ist für den Verband nicht realistisch. Niemand könne behaupten, man brauche keine Lastwagen, meint Amstutz. Bauernhöfe hätten nun einmal keinen Bahnanschluss.

SDA/kpn

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