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Anwärter, Aspirationen und Absagen

Die Baselbieterin Elisabeth Schneider-Schneiter hat bei einer Kandidatinnenkür gute Chancen auf ein Ticket.

Obwohl er offiziell abwinkt, wird CVP-Präsident Pfister als Kandidat genannt. Elisabeth Schneider-Schneiter und Pirmin Bischof überlegen.
Obwohl er offiziell abwinkt, wird CVP-Präsident Pfister als Kandidat genannt. Elisabeth Schneider-Schneiter und Pirmin Bischof überlegen.
Keystone

An Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge von Doris Leuthard mangelt es in der CVP nicht. Er sei sicher, dass seine Partei in der Lage sei, eine breite Palette an fähigen und guten Kandidierenden zur Verfügung zu stellen, sagte CVP-Präsident Gerhard Pfister gestern in der Wandelhalle des Bundeshauses.

Sich selber schloss er allerdings davon aus: «Ich bin kein Kandidat, sondern Parteipräsident.» Ob er dabei bleibt, ist allerdings fraglich, hinter vorgehaltener Hand heisst es vor allem in bürgerlichen Kreisen, dass Pfister durchaus Ambitionen habe und auch ein valabler Kandidat wäre. Für die SVP-Fraktion und den rechten Flügel der FDP dürfte der konservative Zuger gar der Wunschkandidat sein.

Baselbieterin mit Ambitionen

Als möglicher Kandidat gilt auch der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof. Er zeigte sich gestern allerdings von Leuthards Rücktritt überrascht.

«Ich war überzeugt, dass sie die Legislatur zu Ende macht», so Bischof. Derart überrumpelt könne er seine Karten nicht auf den Tisch legen. «Ich werde nun meine Überlegungen anstellen, mit meiner Frau sprechen und mich zu gegebener Zeit entscheiden», so der 59-jährige Jurist. Ambitionen hat zweifellos auch die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.

Die Juristin rutschte 2010 für die zurückgetretene Kathrin Amacker in den Nationalrat nach, wo sie sich als Aussenpolitikerin profiliert hat. Aktuell präsidiert die 54-Jährige die nationalrätliche Aussenpolitische Kommission (APK). Schneider-Schneiter politisierte zwar seit 1999 im Baselbieter Landrat, über Exekutiverfahrung verfügt sie indes nicht. Und auch auf den Frauenbonus kann Schneider-Schneiter wohl nicht unbeschränkt setzen.

Denn mit dem Doppelrücktritt Leuthard/Schneider-Ammann kann die CVP die Forderung nach einer Frauenkandidatur an die FDP weiterreichen, die seit der Demission Elisabeth Kopps 1989 keine Frau mehr im Bundesrat hatte. Zudem hat die FDP mit der FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter bereits eine Kronfavoritin.

Sollte sich die CVP aber für ein Zweierticket mit einem Mann und einer Frau entscheiden, das der Bundesversammlung am 5. Dezember unterbreitet wird, hätte Schneider-Schneiter aber plötzlich gute Chancen, die CVP-Frau auf dem Ticket zu sein. Denn die CVP-Männer, die Bundesrat werden wollen, dürften sich selbst bessere Chancen ausrechnen, wenn sie mit einer Elisabeth Schneider-Schneiter als Konkurrentin ins Rennen steigen als mit einer Viola Amherd an der Seite, der dank vielen Stimmen von links gute Wahlchancen eingeräumt werden.

In die Karten blicken liess sich Elisabeth Schneider-Schneiter gestern nicht. Sie sagte lediglich, sie werde nun eine sorgfältige Auslegeordnung vornehmen und sowohl mit ihrem privaten als auch mit ihrem politischen Umfeld sprechen. «Egal, ob man sich für oder gegen eine Kandidatur entscheidet, ein solcher Entscheid ist schwierig», sagte sie. Ganz ambitionslos tönt das nicht.

Thurnherr will angeblich nicht

Würde Schneider-Schneiter in den Bundesrat gewählt, dann wäre mit ihr die Region Basel/Basel-Landschaft erstmals seit Hans-Peter Tschudis Rücktritt im Jahr 1973 wieder in der Landesregierung vertreten.

Neben diversen CVP-Standesherren, namentlich auch aus der Innerschweiz, nennen Auguren immer wieder Bundeskanzler Walter Thurnherr als aussichtsreichen Kanidaten, ja als Geheimfavoriten. Nach Informationen der BaZ soll der von Leuthard Geförderte parteiintern indessen abgesagt haben.

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