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Antifa: Eine Gefahr für die freie Gesellschaft

Übergriffe aus der linken Szene auf Andersdenkende häufen sich. Bei der Rechtfertigung dafür steht stets die Moral im Vordergrund.

Gegen den Strom: Mann überquert während der Basler Antifa-Kundgebung vom 22. Juni 2019 die Mittlere Brücke. Foto: Florian Bärtschiger
Gegen den Strom: Mann überquert während der Basler Antifa-Kundgebung vom 22. Juni 2019 die Mittlere Brücke. Foto: Florian Bärtschiger

Für die Angreifer auf SVP-Politiker und «Weltwoche»-Journalisten Roger Köppel und Christoph Mörgeli war klar, dass sie richtig handeln, weil sie die Moral für sich gepachtet haben. «Die ‹Weltwoche›-Journalisten verbreiten rassistische, sexistische und menschenfeindliche Hetze», schreibt die Revolutionäre Jugend Zürich (RJZ) im Internet. Die RJZ ist wie der Revolutionäre Aufbau Schweiz mit der Antifaschistischen Aktion (Antifa) verbandelt. Die Grenzen zwischen den jeweiligen Gruppierungen sind fliessend.

Auch die Jungsozialisten haben grosses Verständnis für den Angriff auf Medienschaffende. Juso-Präsidentin Ronja Jansen (BL) sagt gegenüber Nau.ch: «Der Widerstand gegen rechts ist heute wichtiger denn je, und Köppel und Mörgeli stehen jeweils ganz vorne, wenn Hass gegen Minderheiten geschürt wird.»

Linke Deutungshoheit

Die Deutungshoheit darüber, was denn Rassismus, Sexismus und die Diskriminierung von Minderheiten sei, obliegt anscheinend nur linksextremen Gruppierungen wie der Antifa oder eben den Juso. Diese verschiedenen linken Strömungen, die sich in ihrem Kampf gegen den «Faschismus» zusammenschliessen. Es ist nicht der erste Übergriff von Leuten aus diesem Spektrum auf vermeintliche Rechtsextreme oder Menschen, deren Weltbild sie ablehnen.

Und doch sollte der Angriff auf die «Weltwoche»-Redaktoren alarmieren. Denn Gruppierungen wie eben die Antifa gewinnen in der Schweiz immer mehr an Einfluss, werden radikaler. In jüngster Zeit häufen sich die Übergriffe. Konkret um 13 Prozent zum Vorjahr, wie der Nachrichtendienst bilanziert. Er sieht den Linksextremismus im Aufwind.

In der Mitte der Gesellschaft angekommen?

In den USA oder Deutschland erhält die Antifa mittlerweile breite Unterstützung in der Gesellschaft: In der Politik, den Kulturszenen und in Bildungsinstitutionen. In Staaten wie Oregon wird die Antifa seit Jahren zunehmend aggressiver und militanter. Dies gilt auch hierzulande. Es ist eine gefährliche Tendenz. Denn: Die Antifa in der Mitte unserer Gesellschaft willkommen zu heissen, abzustützen oder widerstandslos zur Kenntnis zu nehmen, ist gravierend. Werden die Antifa und ihre Zellen einfach so akzeptiert, laufen wir Gefahr, dass auch Übergriffe auf Liberale und Konservative akzeptiert werden. Schleichend, aber stetig.

Wie die Antifa die öffentliche Meinung auf ihre Seite ziehen will, steht unter anderem in ihrem Papier «Subversion – Revolutionärer Kampf auf der Strasse», das noch immer im Internet kursiert. Dort beschreibt die Antifa, wie man die öffentliche Meinung instrumentalisiert, um zu guter Letzt das Ziel zu erreichen: «Die revolutionäre, den Kapitalismus als Ganzes infrage stellende, kommunistische Alternative.»

Damit dies möglich ist, müssen die «Unterdrückten» in der Öffentlichkeit überpräsent sein, es muss ständig repetiert werden, dass die «patriarchalische» Gesellschaft, der Kapitalismus, die Liberalen, die Konservativen, die demokratischen Linken am Unheil unserer Welt schuld sind. An Lohnungerechtigkeiten, am Klimawandel, an Rassismus, an Sexismus und an Homophobie. Es sind nicht zwingend Menschen als Individuen, die sich der Diskriminierung anderer schuldig machen. Nein, es ist das «System». Oder eben «Repräsentanten» dieses «Systems» wie Mörgeli oder Köppel.

Weil die radikale Linke aber weiss, dass vor allem ältere Menschen, die realen Sozialismus erlebt hatten, oder Menschen, die keine Notwendigkeit in «revolutionärem Protest» sehen, sich ihnen nie anschliessen werden und in der Gesellschaft nach wie vor eine starke Stimme haben, werden diese Menschen eben denunziert oder von Diskussionen ausgeschlossen. Dies tut man, indem man ihnen jedwede Kompetenz abspricht, in irgendeiner Weise an einem Diskurs teilnehmen zu können. Weil dies angeblich nur diejenigen dürfen, die von der Gesellschaft «diskriminiert» werden. Also alle, ausser weisse, heterosexuelle Männer.

Ehemalige Antifa-Mitglieder wie Adrian Oertli beschreiben die Bewegung als «Kult» oder «Sekte».

Ehemalige Antifa-Mitglieder wie Adrian Oertli aus der Schweiz oder der Australier Shayne Hunter beschreiben diese Bewegung eindrücklich. Bezeichnen sie als «Kult» oder «Sekte». Doch nur wenige Ex-Antifa-Mitglieder äussern sich öffentlich. Denn die Gruppierung versucht Abweichler so schnell wie möglich loszuwerden, um sie postwendend denunzieren zu können. Andere werden mit Druck in ihren Fängen gehalten.

Vor allem sozialer Druck spielt dabei eine grosse Rolle, weil diese linken Szenen alltagsübergreifend sind. Man geht miteinander in die Schule, die Uni, verkehrt in den gleichen Restaurants, lebt mit den Gleichgesinnten in einer WG und geht mit denselben Leuten an die gleichen Orte in den Ausgang. Man ist ständig zusammen und schaukelt sich hoch in ein kollektives Wehklagen über die vermeintliche Ungerechtigkeit der Gesellschaft. Das Leben in der Echokammer.

Überall «Opfer des Systems»

Man betreibt eine kollektive «Viktimisierung». Sieht überall Opfer des «Systems». Überall sind Ungerechtigkeiten. Was dazu führt, dass die Gruppenidentität die Individualität übertrumpft. Dies wiederum führt dazu, dass man sich selbst nicht mehr hinterfragt. «Mitglieder dieser Antifa-Szene reflektieren nicht mehr, sehen ihre eigenen schlechten Seiten oder ihre Schwächen nicht, sondern nur noch die Fehler im ‹System› und seinen Trägern», wie es der Aussteiger Shayne Hunter formuliert.

Weil sich diese Menschen in ihrer ständigen Echokammer der Unterdrückung, sei es im sozialen Umfeld oder Social Media, befinden, findet eine automatische Legitimation ihrer Taten stand. Am Anfang ist es Vandalismus, Sachbeschädigung, dann sind es Tätlichkeiten und Gewalt.

Dass diese Gruppierungen, namentlich die Antifa, in unserer Gesellschaft immer mehr Rückhalt erhalten, hat mitunter mit der enormen politischen Polarisierung zu tun.

Frauen gehen auf die Strasse, weil sie sich kollektiv diskriminiert fühlen. Obwohl das weibliche Geschlecht in der Geschichte dieses Landes noch nie fairer behandelt wurde. Alles wird kollektiv hochstilisiert. Linksextreme Gruppierungen mischen sich darunter und präsentieren die Lösung für ein Ende der Diskriminierung: Revolution.

Junge gehen aus Sorge um unseren Planeten auf die Strasse, aber tonangebend sind die sozialistischen Bewegungen.

Vor allem junge Menschen sind besonders anfällig geworden. Die Klimademonstrationen zeigen dies anschaulich. Junge gehen aus Sorge um unseren Planeten auf die Strasse, aber tonangebend sind die sozialistischen Bewegungen. Und plötzlich kann der Klimawandel nur gestoppt werden, wenn das bestehende System gestürzt wird.

Im Internet, auf Facebook, auf Snapchat, Instagram, Twitter, werden Linke in ihrer Echokammer ständig mit tatsächlichen und vermeintlichen Ungerechtigkeiten in der Welt berieselt, bis sie nichts mehr anderes als Rassismus, Sexismus und Homophobie sehen können. So funktioniert linke Indoktrination. Und sie führt dazu, dass die Menschen nicht mehr die Wirklichkeit als solche wahrnehmen und daraus ihre Schlüsse ziehen, sondern ihre Weltbilder auf die Welt projizieren.

Das ist typisch für Indoktrination. Strenggläubige Christen sehen irgendwo in ihrem Leben den Heiligen Geist oder in einem Tintenklecks Jesus. Weil sie es erwarten. Ähnlich ist es mit den «Opfern» des Kapitalismus. Überall, in jeder kleinsten, alltäglichen Handlung sieht man gleich Diskriminierung und Unterdrückung; weil man eben daran glaubt, dass dieses «System» nur dies hervorbringen kann.

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