Anschlag auf den Berner Zibelemärit verhindert?

Ein illegal Eingereister soll den Traditionsmarkt als Ziel genannt haben. Das Sicherheitsdispositiv war so gut ausgebaut wie zuvor noch nie.

Viele Zementpoller prägten den inneren Sicherheitsring am Berner Zibelemärit.

Viele Zementpoller prägten den inneren Sicherheitsring am Berner Zibelemärit.

(Bild: Keystone)

Beni Gafner@Tamedia

In Schweizer Nachrichtendienstkreisen war die Anspannung in den letzten Tagen und Wochen dem Vernehmen nach grösser als sonst. Ursache dafür ist offenbar ein in der Westschweiz polizeilich angehaltener Migrant, der illegal in die Schweiz gekommen war. Der Hinweis auf die Person, dessen Nationalität der BaZ nicht bekannt ist, kam vom deutschen Nachrichtendienst BND. Der Mann soll in einer Einvernahme gegenüber der Polizei den Berner Zibelemärit von gestern als Anschlagsziel genannt haben. Gegenüber der Basler Zeitung haben zwei Quellen diesen Sachverhalt bestätigt. Der junge Mann soll einer Kleingruppe von drei Personen angehören, die nach dem Hinweis aus Deutschland in den Fokus der Schweizer Behörden gerückt sind.

Das Sicherheitsdispositiv am gestrigen Zibelemärit war so gut ausgebaut wie zuvor noch nie. Quergestellte Polizeiautos und Polizisten, zum Teil mit leichten Maschinengewehren bewaffnet, sowie viele Zementpoller prägten den inneren Sicherheitsring um die mögliche Anschlagszone für Terroristen.

Der unsichtbare Teil des Sicherheitsdispositivs, mit Zivilbeamten und technischen Einrichtungen, war noch um einiges grösser. Dazu gehörte gestern in Bern auch die Identifizierung von Fahrzeugen und Personen, die sich in einer äusseren Sicherheitszone auf den Markt zubewegten. Kurzum: Bern hat ein Sicherheitsdispositiv gesehen, wie man es bisher nur aus New York, Paris oder London kannte. Passiert ist zum Glück nichts.

Bundesanwaltschaft dementiert

Die Behörden bestätigten gestern auf Anfrage nur den sichtbaren Teil der Sicherheitsvorkehrungen, nicht aber die genauen Hintergründe und die Aussage des vernommenen Migranten. «Die Bundesanwaltschaft hält fest, dass sie gegen die von Ihnen beschriebene Person kein Verfahren führt», schreibt Sprecherin Linda Lauber. Mediensprecher Dominik Jäggi von der Berner Kantonspolizei sagt: «Der diesjährige Zibelemärit wurde durch die Verantwortlichen wie vorgesehen durchgeführt, und auch die Sicherheitsmassnahmen entsprachen dem bereits seit längerer Zeit ausgearbeiteten Dispositiv. Die Planung des Sicherheitspositivs erfolgte dabei zum einen gestützt auf die Einschätzung der zuständigen Bundesbehörden, welche die terroristische Bedrohungslage bereits seit längerer Zeit als erhöht beurteilen. Zum anderen standen wir – wie immer bei solchen Veranstaltungen – zur Lagebeurteilung und Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen auch regelmässig mit der Stadt Bern in Kontakt.»

In diesem Zusammenhang wurden durch die Stadt Bern wie bereits bei anderen Veranstaltungen auf Stadtgebiet auch bauliche Massnahmen umgesetzt. Für Auskünfte zur terroristischen Bedrohungslage verwies Jäggi an die «zuständigen Bundesbehörden». Dabei handelt es sich um den Nachrichtendienst des Bundes (NDB). Dessen Stellungnahme lässt aufhorchen.

Basler Zeitung

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