Yvonne Feri will in die Aargauer Regierung

Die Nationalrätin soll der SP den Sitz von Franzika Roth sichern. Der damaligen SVP-Kandidatin war Feri vor drei Jahren unterlegen.

Versucht es nochmals: Yvonne Feri unterlag 2016 Franziska Roth.

Versucht es nochmals: Yvonne Feri unterlag 2016 Franziska Roth.

Die SP Aargau will nach dem Rücktritt von Gesundheitsdirektorin Franziska Roth einen zweiten Sitz in der Kantonsregierung erobern. Die Geschäftsleitung schlägt Nationalrätin Yvonne Feri vor. In der Stichwahl war Feri 2016 der damaligen SVP-Kandidatin Roth unterlegen.

Die Mitte-Links-Parteien seien derzeit in der Regierung klar untervertreten, wird Parteipräsidentin Gabriela Suter in einer Medienmitteilung der SP Aargau vom Sonntag zitiert. Zudem sei es klar, dass der freie Sitz von einer Frau besetzt werden müsse. «Eine Regierung ohne Frau ist in der heutigen Zeit undenkbar», hält Suter fest. Über die Kandidatur von Feri wird ein ausserordentlicher Parteitag am 13. August in Baden entscheiden.

Die 53-jährige Feri gehört seit Ende 2011 dem Nationalrat an und stellt sich am 20. Oktober der Wiederwahl. In ihrer Wohngemeinde Wettingen im bevölkerungsstarken Ostaargau gehörte sie zehn Jahre lang dem Gemeinderat (Exekutive) an. Feri gehört zum linken Parteiflügel. Sie war auch Präsidentin der SP Frauen Schweiz und sass früher im Kantonsparlament. Bei der internen Ausmarchung um eine Kandidatur für den Ständerat unterlag Feri im September 2018 ihrem Parlamentskollegen Cédric Wermuth.

Die Stichwahl klar verloren

Feri wollte bereits vor drei Jahren in den Regierungsrat. Im ersten Wahlgang schaffe sie das absolute Mehr nicht und lag um 471 Stimmen hinter der damaligen SVP-Kandidatin Roth. In der Stichwahl überrundete Roth ihre Konkurrentin um rund 10'000 Stimmen. Roth eroberte für die SVP erstmals einen zweiten Sitz in der fünf Mitglieder zählenden Exekutive.

Im Juni gab Roth nach massiver Kritik und nach dem Austritt aus der SVP ihren Rücktritt per Ende Juli bekannt. Die 55-Jährige ist seit Juni krankgeschrieben.

SVP, FDP und Grüne treten an

Neben der SP haben auch SVP, FDP und Grüne für die Regierungsersatzwahl vom 20. Oktober personelle Entscheide gefällt. Die SVP schlägt der Parteibasis für die Nomination Fraktionspräsident Jean-Pierre Gallati vor. Der 53-jährige Rechtsanwalt kandidiert für die Nationalratswahlen am 20. Oktober. Die Geschäftsleitung der FDP nominierte die 35-jährige Jeanine Glarner und den 49-jährigen Gérald Strub zu Handen der Delegiertenversammlung. Beide gehören dem Grossen Rat an.

Die Grünen Aargau schicken den 56-jährigen Grossrat und Arzt Severin Lüscher ins Rennen um den Regierungssitz. Lüscher gehört seit Ende 2015 dem Grossen Rat an. Offen ist, ob die CVP in den Wahlkampf zieht um den freien Sitz. Der Kantonsregierung gehören derzeit vier Männer an: Landammann und Justizdirektor Urs Hofmann (SP), Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP), Finanzdirektor Markus Dieth (CVP) sowie Baudirektor Stephan Attiger (FDP).

sda/red

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt