«Wir haben diese 1040 Tonnen Gold»

Das gelbe Metall vermiest der Nationalbank die Jahresbilanz 2013. Soll sie deswegen am Goldbestand schrauben? SNB-Präsident Thomas Jordan nimmt Stellung.

Der sinkende Goldpreis machte ihm einen Strich durch die Rechnung: SNB-Präsident Thomas Jordan.

Der sinkende Goldpreis machte ihm einen Strich durch die Rechnung: SNB-Präsident Thomas Jordan.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Aufgrund des tiefen Goldpreises sind die Goldbestände der Schweizerischen Nationalbank 15 Milliarden weniger wert. Der Goldpreis war in den letzten Jahren um fast 30 Prozent gesunken. Dieser drastische Rückgang habe der SNB «einen ganz dicken Strich durch die Rechnung gemacht», sagte Präsident Thomas Jordan gegenüber dem SRF-Wirtschaftsmagazin «ECO».

Trotz der einladend tiefen Goldpreise wird die SNB ihre Strategie nicht ändern. «Wir haben weder Pläne, Gold zu verkaufen noch Gold zu kaufen», so Jordan. Und weiter: «Wir haben diese 1040 Tonnen, und dabei bleibt es im Moment».

Gegenüber der «Tagesschau» sagte Jordan: «Diese Entwicklungen zeigen, dass auch Gold ein Aktivum mit grossen Risiken ist.» Dementsprechend könne er nicht prognostizieren, wann die SNB wieder Gewinne ausschütten werde. Die SNB habe mehrfach auf das Risiko eines Ausfalls hingewiesen. Man werde immer wieder Jahre mit grossen Gewinnen haben – aber auch jene mit grossen Verlusten. Der Auftrag der SNB sei nicht die Gewinnmaximierung, sondern Preisstabilisierung, um sozial schwächere Gruppen zu schützen, so Jordan gegenüber «ECO». Die Geldpolitik habe auch in der Finanzkrise einen weltweiten Kollaps verhindert – auch in der Schweiz.

Gewinn von mindestens 7,7 Milliarden

Erstmals seit Gründung der SNB im Jahr 1907 erhalten die Kantone keine Ausschüttung und die Aktionäre keine Dividende. Auch die Eidgenossenschaft, die seit 1991 jedes Jahr von einer Gewinnbeteiligung profitierte, geht leer aus.

Da der Goldpreis seit längerem sinkt, kam die Verlustmeldung für viele nicht überraschend. Der ehemalige SNB-Präsident Philipp Hildebrand warnte bereits 2010: «Ab 2012 werden die Ausschüttungen deutlich tiefer als die üblichen 2,5 Milliarden Franken sein oder sogar ganz ausfallen.»

Damit für 2014 wieder eine Ausschüttung von 1 Milliarden Fr. erfolgen kann, müsste die SNB im laufenden Jahr einen Gewinn von mindestens 7,7 Milliarden Franken erzielen.

Der gesamte Beitrag wird am heutigen Montag, den 6. Januar 2014 um 22.25 Uhr im Wirtschaftsmagazin «ECO» auf SRF1 gezeigt.

sly/ajk/SDA

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