Thacis Gefolgsleute haben offenbar eine C-Bewilligung für die Schweiz

Zwei enge Vertraute von Kosovos Premier Hashim Thaci besitzen laut einem Medienbericht einen C-Ausweis und können sich damit in der Schweiz frei bewegen. Das Migrationsamt hat nun reagiert.

War einst selbst in der Schweiz aufenthaltsberechtigt: Kosovos Premier Hashim Thaci.

War einst selbst in der Schweiz aufenthaltsberechtigt: Kosovos Premier Hashim Thaci.

(Bild: Keystone)

Zwei der einflussreichsten Persönlichkeiten im jungen Staat Kosovo verfügen offenbar noch immer über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz – entgegen entsprechenden Regelungen im Ausländergesetz. Dies berichtet die «SonntagsZeitung».

Das Bundesamt für Migration bestätigte gegenüber der Zeitung, dass Azem Syla und Kadri Veseli, die zum engsten Umfeld des amtierenden Premiers Hashim Thaci gehören, einen Schweizer Niederlassungsausweis haben. Syla war früher Verteidigungsminister und wurde jetzt ins Parlament gewählt. Veseli wirkte im Kosovo-Krieg als Chef des UCK-Geheimdienstes.

Die Schweizer Niederlassungsbewilligung ermöglicht den beiden visafreies Reisen in ganz Europa. Syla ist im Kanton Solothurn aufenthaltsberechtigt. Das kantonale Migrationsamt startet jetzt laut Abteilungsleiter Peter Hayoz Abklärungen. Dem UCK-Führer und heutigen Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci wurden laut «SonntagsZeitung» der Flüchtlingsstatus und die Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz im Jahr 2000 entzogen.

Vorwürfe wegen Organhandel

Thaci steht zurzeit stark unter Druck. In einem vom Schweizer Ständerat Dick Marty verfassten Bericht des Europarates heisst es, UCK-Rebellen hätten während des Bürgerkrieges Serben nach Albanien verschleppt, um ihnen dort Organe zu entnehmen. Diese seien dann im Ausland zur Transplantation verkauft worden. Als einer der Drahtzieher wurde Kosovos Regierungschef Hashim Thaci bezeichnet. Er soll als «Mafiaboss» auch in den Drogen- und Waffenhandel verstrickt sein.

Thaci, der alle Vorwürfe bestreitet, fürchtet weitere Schäden durch den Europaratsbericht: Dieser sei «ein Angriff auf das Ansehen des Kosovo. Er ist gegen den Kosovo, das albanische Volk und mich, aber auch gegen die USA, die UNO und die Nato gerichtet.» Weiter beschwerte sich Thaci darüber, dass Marty während seiner Besuche im Kosovo nie auch mit ihm als Regierungschef zusammengekommen war.

miw

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt