«Falls Sie eine Mackerkarriere anstreben, Finger weg von starken Frauen»

Die Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli hat die Aussagen von Philipp Hildebrand über seine Frau Kashya als sexistisch kritisiert. Schon Adam habe sich hinter Eva zu verstecken versucht, schreibt sie in einem Bericht.

Hampelmänner united: Die Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli ärgert sich über Philipp Hildebrand. (Archivbild)

Hampelmänner united: Die Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli ärgert sich über Philipp Hildebrand. (Archivbild)

Die Äusserungen des SNB-Präsidenten, Philipp Hildebrand, über seine Frau an der Pressekonferenz von letzter Woche stossen bei der Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli sauer auf.

Stämpfli stört sich an Hildebrands Erklärungen, wieso er von den Transaktionen seiner Frau nichts gewusst habe. Unter anderem hatte Hildebrand an der Medienkonferenz in der vergangenen Woche gesagt: «Um es so zu sagen: Meine Frau ist eine starke Persönlichkeit.» Wenn er sich einen Vorwurf machen müsse, dann diesen, dass er seine über geldpolitische Entscheide nicht informierte Frau habe gewähren lassen.

Opfer von Sexismus

Bei dem «verheerenden Exkurs zu seiner Ehefrau» habe ihr der Atem gestockt, schreibt Politikwissenschaftlerin Stämpfli und interpretiert die Aussagen: «Hampelmänner united, aufgepasst! Falls Sie ne echte Mackerkarriere anstreben, dann bitte Finger weg von starken, selbständigen Frauen!»

Hildebrand habe mit seinen «unsinnigen Ausführungen» seine kluge, umsichtige Politik und sein Währungsverständnis einem klassischen Sexismus geopfert, kritisiert Stämpfli. Der Nationalbankchef habe somit einmal mehr bewiesen, dass Männer das schwache Geschlecht seien.

Sündenfall der Schöpfungsgeschichte

Stämpfli vergleicht die Affäre Hildebrand mit dem Sündenfall der Schöpfungsgeschichte: «Schon Adam versuchte sich hinter Eva zu verstecken, indem er behauptete: 'Sie war es, ich hätte den Apfel ja nie auch nur angeschaut...'»

Schliesslich kommt die Politologin zum Schluss: «Hildebrand ist nicht über seine Frau gestolpert, sondern über ein System, das schon im Kern verfault ist.» Mit dem System sei der «verfaulte Finanzkapitalismus» gemeint.

wid/sda

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