So hat die Schweiz abgestimmt

Absturz für die radikale Beschränkung der Einwanderung, Nein zu Goldinitiative und Abschaffung der Pauschalbesteuerung. Die Abstimmungsresultate vom 30. November 2014.

Ecopop stürzt in der Volksabstimmung ab

Die Ecopop-Initiative ist überraschend deutlich gescheitert. 74,1 Prozent haben ein Nein in die Urne gelegt. Eine grosse Mehrheit der Stimmenden war offenbar nicht bereit, den Preis zu zahlen, der mit der radikalen Begrenzung der Zuwanderung verbunden gewesen wäre.

Rund 1'920'000 Personen lehnten die Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» der Vereinigung Umwelt und Bevölkerung (Ecopop) ab, rund 671'000 legten ein Ja in die Urne. Auch das Ständemehr lag ausser Reichweite: Kein einziger Kanton nahm die Initiative an, auch nicht der Kanton Tessin, wo eine Ja-Mehrheit erwartet worden war.

Weitere Informationen zur Ecopop-Initiative finden Sie in unserem Nachrichten-Ticker.

Eine Einschätzung des Resultats können Sie hier nachlesen.

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Volk schmettert Goldinitiative ab

Das Schweizer Stimmvolk hat der Goldinitiative eine überaus deutliche Absage erteilt. 77,3 Prozent der Stimmenden lehnten das Ansinnen aus SVP-Kreisen ab. Dieses wollte, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) 20 Prozent ihrer Aktiven in unverkäuflichem Gold hält.

Für die Initianten aus den Reihen der SVP, Nationalräte Lukas Reimann (SG) und Luzi Stamm (AG) sowie Alt-Nationalrat Ulrich Schlüer (ZH), ist Gold Garant einer stabilen Währung. Gold sei ein «Notgroschen», nicht Spielgeld für Banker und Politiker.

Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger konnten der Idee eines unverkäuflichen Notgroschens nichts abgewinnen. Rund 1'974'000 Personen legten ein Nein in die Urne und lediglich 581'000 stimmten für die Goldinitiative.

Weitere Informationen zur Goldinitiative finden Sie in unserem Nachrichten-Ticker.

Eine Einschätzung des Resultats können Sie hier nachlesen.

Deutliches Nein zur Pauschalsteuer-Initiative

Reiche Ausländerinnen und Ausländer dürfen in der Schweiz weiterhin pauschal besteuert werden. Volk und Stände haben es abgelehnt, dieses Privileg abzuschaffen. 59,2 Prozent der Stimmenden sagten Nein zur Volksinitiative.

Rund 1'528'000 Personen lehnten die Initiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» ab, 1'053'000 legten ein Ja in die Urne.

Deutlich Nein sagten jene Kantone, in welchen viele Pauschalbesteuerte leben – am deutlichsten der Kanton Wallis mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 78 Prozent. Im Kanton Graubünden stimmten 71 Prozent Nein, im Kanton Waadt 69 Prozent und in den Kantonen Tessin und Genf je 68 Prozent. Knapper fiel das Resultat im Kanton Bern mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 56 Prozent aus, obwohl dort ebenfalls Pauschalbesteuerte leben.

Weitere Informationen zur Pauschalsteuer-Initiative finden Sie in unserem Nachrichten-Ticker.

Eine Einschätzung des Resultats können Sie hier nachlesen.

ajk/sda

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