Sind Sawiris’ Luxusvillen illegal?

Der Bau von Villen ist für die Finanzierung des Andermatter Ressorts von Samih Sawiris zentral. Ein Experte sagt nun in der SF-Sendung «Rundschau», das widerspreche der Zweitwohnungsinitiative.

Geplant sind 24 Luxus-Villen entlang der Reuss: Die erste Villa im Bau in Andermatt. (23. Oktober 2012)

Geplant sind 24 Luxus-Villen entlang der Reuss: Die erste Villa im Bau in Andermatt. (23. Oktober 2012)

(Bild: Keystone)

Neue Baubewilligungen sind in Andermatt laut dem Raumplanungsexperten Thomas Ammann nicht vereinbar mit der bundesrätlichen Verordnung über Zweitwohnungen. «Das kann man so ausschliessen», sagt Amman in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens auf die Frage, ob die im Tourismusprojekt des ägyptischen Grossinvestors Samih Sawiris vorgesehenen Villen noch gebaut werden könnten. Die Verordnung verlange einen «hohen Detailierungsgrad», der im Quartiergestaltungsplan «Villen» eindeutig nicht erfüllt sei. Ammann ist Experte im unabhängigen Planungsbüro arcalpin in Sion. Andere Raumplanungsexperten teilen seine Einschätzung, berichtet die «Rundschau».

Ohne Villen kein Resort

Damit sieht Samih Sawiris sein Andermatt-Projekt gefährdet. Die geplanten 24 Luxus-Villen entlang der Reuss seien für das Gesamtprojekt von zentraler Bedeutung, erklärt Gerhard Niesslein, Verwaltungsratspräsident von Andermatt Swiss Alps (ASA): «Ich glaube, dass es ganz dramatische wirtschaftliche Auswirkungen hätte.» Ohne die Villen könne man «Andermatt nicht machen».

Denn die Villen hätten andere Teile des Tourismusprojektes querfinanziert. «Diese Villengrundstücke sind für unsere Profitabilität des Gesamtresorts sehr, sehr wichtig. Wir haben bis heute etwa 80 Millionen Franken in die Infrastruktur gesteckt und das müssen wir irgendwann wieder mal herausbekommen», betont Niesslein.

Leuthard kündigte Bedenken an

Bereits im August, bei der Präsentation der bundesrätlichen Verordnung über Zweitwohnungen, meldete Uvek-Vorsteherin Doris Leuthard Zweifel betreffend dem Detaillierungsgrad der Villen-Gestaltungpläne in Andermatt an. Bei zwei Sondernutzungsplänen müsse der Kanton Uri schauen, ob diese die hohen Anforderungen der Verordnung über Zweitwohnungen erfüllten.

Für die Urner Justizdirektorin Heidi Zgraggen stellt das aber «Kein Problem» dar. Sie gibt sich in der Rundschau überzeugt, dass das Tourismusprojekt in Andermatt nicht betroffen sei von der Zweitwohnungsverordnung. Es könne deshalb wie geplant weiter realisiert werden. Das Projekt sei eine bauliche und betriebliche Einheit. Auch der Andermatter Gemeindepräsident Roger Nager verteidigt das Vorhaben des ägyptischen Grossinvestors. Für die Gemeinde seien bereits erhebliche Infrastrukturkosten angefallen.

Erbitterter Widerstand von Franz Weber

Franz Weber, der die Zweitwohnungsinitiative lanciert hatte, kündet Widerstand gegen die Luxusvillen an: «Wir werden kämpfen und Sawiris zeigen wo’s lang geht. Wir haben keine Diktatur, wo Bauherren bestimmen können, was sie wollen. Das Schweizer Volk bestimmt bei uns.»

Der Umweltschützer will mit allen Mitteln gegen neue Baubewilligungen von Villen vorgehen: «Zuerst machen wir Einsprache und wenn sie weiter darauf beharren, werden wir Rekurs machen bis vor Bundesgericht.»

Rundschau auf SF1, um 20.50 Uhr

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