Saudische Soldaten schiessen mit Schweizer Waffen

Nach Syrien und Libyen nun auch der Jemen: In einem weiteren Konfliktgebiet sind Waffen aus der Schweiz aufgetaucht.

Sturmgewehr des Typs 552: Solche Waffen lieferte die Schweiz 2006 an Saudiarabien. (Symbolbild) Keystone/Anthony Anex

Sturmgewehr des Typs 552: Solche Waffen lieferte die Schweiz 2006 an Saudiarabien. (Symbolbild) Keystone/Anthony Anex

Schweizer Waffen kommen im Jemen-Krieg zum Einsatz. Ein Foto, das dem «SonntagsBlick» vorliegt, zeigt saudische Soldaten, die kurz nach einem Gefecht mit Sturmgewehren aus Schweizer Produktion posieren. Es wurde Ende letzten Jahres in der Provinz Jizan im Grenzgebiet zwischen Saudiarabien und dem Jemen aufgenommen. Dort kämpft die saudische Armee gegen die Huthi-Rebellen.

Bei den Waffen soll es sich um Sturmgewehre des Typs 552 handeln. Sie sind laut Bericht auch auf dem Schwarzmarkt im Jemen zu finden. Hergestellt wurden sie von der Swiss Arms AG in Neuhausen am Rheinfall SH und stammen aus einer vom Bund bewilligten Lieferung. 2006 segnete das Staatssekretariat für Wirtschaft den Verkauf von rund 100 Sturmgewehren des Typs 552 an die saudische Marine ab, wie ein Sprecher bestätigte.

Der neueste Fall von Schweizer Waffen, die in Konfliktgebieten zum Einsatz kommen, könnte die laufende Debatte um ein Waffenembargo gegen Saudiarabien weiter anheizen. Deutschland hat letzte Woche im Zuge der Ermittlungen rund um den Mord an Jamal Khashoggi sämtliche Rüstungsdeals gestoppt. Der Bund wollte von einem Waffenembargo gegen Saudiarabien bisher nichts wissen.

scl

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