Jugendliche wünschen sich autoritäre Führer

Ein Drittel der Schweizer Jugendlichen können sich ein diktatorisches System vorstellen. Auch die Verunglimpfung von Minderheiten ist verbreitet.

«Das ausgeprägte Strafbedürfnis und die Intoleranz gegenüber Minderheiten sollten wir ernst nehmen», sagt Studienautor Dirk Baier im Sonntagsblick. Denn die Befragten seien die Entscheidungsträger von morgen.

«Das ausgeprägte Strafbedürfnis und die Intoleranz gegenüber Minderheiten sollten wir ernst nehmen», sagt Studienautor Dirk Baier im Sonntagsblick. Denn die Befragten seien die Entscheidungsträger von morgen.

Mehr als 30 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz neigen laut dem SonntagsBlick zu autoritären Regierungsformen. Sie verlangen mehr Repression gegen Randständige und sehnen sich nach «führenden Köpfen, die uns genau sagen, was wir tun sollen und was nicht».

Das geht aus einer gross angelegten Extremismus-Umfrage unter 8000 17- und 18-Jährigen hervor. Die Erhebung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) kommt zum Schluss: «32 Prozent der Jugendlichen sind als autoritär einzustufen.»

Studienautor Dirk Baier beunruhigen die Ergebnisse. Gegenüber dem SonntagsBlick sagt er: «Ich hätte nicht erwartet, dass so viele Jugendliche in der Schweiz autoritäre Merkmale aufweisen.» Das seien Leute, die sich ein autoritäres System vorstellen können. «Das ausgeprägte Strafbedürfnis und die Intoleranz gegenüber Minderheiten sollten wir ernst nehmen», so Baier. Denn die Befragten seien die Entscheidungsträger von morgen.

Antisemitismus ist an Schulen weit verbreitet

Auch die «NZZ am Sonntag» berichtet über beunruhigende Tendenzen bei Jugendlichen: Häufig unterstützt von Mitläufern in sozialen Netzwerken, verunglimpfen Schüler ihre jüdischen Klassenkameraden. Wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) berichtet, sind rassistische Angriffe an Gymnasien ebenso verbreitet wie an Sekundarschulen.

Betroffen sind Juden, Muslime und dunkelhäutige Jugendliche. Die Täter agieren laut GRA-Geschäftsführer Dominic Pugatsch vor allem übers Internet. Soziale Medien wirkten wie ein Brandbeschleuniger und Mitläufer schlössen sich den Rädelsführern an. «Das Internet ist der Stammtisch der Jugendlichen», sagt Pugatsch.

Er schildert zudem, wie Jugendliche, die im jüdischen Zürcher Fussballklub FC Hakoah mittun, Sonntag für Sonntag von gegnerischen Spielern beschimpft und verunglimpft werden.

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