Hauruck in Uzwil

Das gab böses Blut: Solidarität wolle man zeigen mit den Frankenstärke-Opfern, so der Uzwiler Gemeinderat – und verdonnerte die Gemeindearbeiter zu Überzeit.

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Der Gemeinderat von Uzwil SG verlangt von den Mitarbeitenden der Verwaltung, dass sie drei Monate lang 44 statt42 Wochenstunden arbeiten. Der Grund: Ein Solidaritätszeichen an die Wirtschaft, die unter der Frankenstärke leide – aber auch Mehrarbeit wegen eines neuen Verwaltungszentrums.

Die Mitarbeitenden seien am Montag informiert worden, bestätigte Gemeindepräsident Lucas Keel (CVP) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA einen Bericht der «Wiler Zeitung» vom Dienstag. Konkret hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Angestellten drei Monate lang zwei Wochenstunden mehr arbeiten müssen. Start ist am 9. März.

Es sei eine harte Auseinandersetzung gewesen und es gebe keinen Konsens mit den Mitarbeitern, räumte Keel ein. Möglicherweise werde das Verhältnis zu den Gemeindeangestellten «einen Flurschaden» erleiden. Positive Stimmen hätten bei der Orientierung jedenfalls gefehlt.

Signal an die Wirtschaft

Die Aufhebung der Eurountergrenze sei ein weitreichender Entscheid, der die Wirtschaft treffe, begründete der Gemeindepräsident den Schritt. Die Verwaltung stehe nicht ausserhalb dieser Entwicklung. Die Vorgabe sei als Signal zu verstehen. Man wolle mit der Aktion zeigen, dass man als Organisation fit und bereit sei, auf eine ungewöhnliche Situation zu reagieren.

Ein weiterer Grund sei das geplante Verwaltungszentrum in Uzwil, das Mehrarbeit erfordere. Das sei aber nicht der Antrieb gewesen, präzisierte Keel. Die Personalmassnahme sei als «Resultat einer Gesamtbetrachtung» zu sehen.

Inakzeptable Massnahme

Maria Huber, Sekretärin des VPOD Ostschweiz, kritisierte die Aktion gegenüber der SDA als «fadenscheinige Pseudosolidarität». In einem gemeinsamen Communiqué des VPOD und des Gewerkschaftsbundes Wil und Umgebung vom Dienstag wird der Gemeinderatsentscheid als «ungehörig und inakzeptabel» bezeichnet. Die Finanzen von Uzwil seien im Lot, es gebe keinen Handlungsbedarf, die Arbeitszeit zu erhöhen.

Die öffentliche Hand habe eine Vorbildfunktion, sagte Huber. In Unternehmen wie dem Bühler Konzern seien Massnahmen wegen der Währungsprobleme zusammen mit den Sozialpartnern diskutiert worden – in der Gemeindeverwaltung Uzwil nicht.

cpm/sda

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