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Wie widrig die Schweizer Demokratie manchmal sein kann

Nach 50 Jahren erhält Bern erstmals ein 50-Meter-Hallenbad. Es ist der Schlusspunkt einer Geschichte voller Missverständnisse.

Nach etlichen Fehlschlägen wird jetzt im Berner Neufeld eine neue Schwimmhalle samt <nobr>50-Meter-Bahn</nobr> entstehen. Visualisierung: Nightnurse

Nach etlichen Fehlschlägen wird jetzt im Berner Neufeld eine neue Schwimmhalle samt 50-Meter-Bahn entstehen. Visualisierung: Nightnurse

Christof Gertsch@christofgertsch

Sein Haus, sagt Martin Strupler, sei ganz leicht zu finden: «Suchen Sie nach dem Schwimmbecken im Garten.»

Montagmorgen, 9 Uhr, Tag 1 einer neuen Zeitrechnung in Bern. Seit Sonntag ist klar, dass die Stadt ein 50-Meter-Hallenbad bekommt, das erste zwischen Montreux und Sursee. 85 Prozent der Bevölkerung haben dem 75-Millionen-Franken-Projekt zugestimmt.

Klingt nach einer klaren Sache. Doch das täuscht. Dafür muss man nur mit Martin Strupler sprechen. Martin ist der Sohn von Ernst Strupler, geboren 1918, einer Legende des Schweizer Sports: Olympiateilnehmer im Wasserspringen, Vorsteher des Zürcher Sportamts, Gründer und langjähriger Direktor des Instituts für Sportwissenschaften der Uni Bern. Ernst Strupler kam vom Leistungssport, sein Herz aber galt der Breite: Er forderte den obligatorischen Turnunterricht an Berufsschulen, als das viele noch für eine Schnapsidee hielten, trieb den Bau von Sportanlagen voran, wollte kostenlose Benützung für alle.

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