«EU-Beitritt als Königsweg»

Der Franken sei «unberechenbar» geworden, schreibt der intellektuelle Club Helvétique in einem Papier. Er stellt einige provokative Forderungen.

Auslaufmodell? Ein Geschäft in Riehen BS gewährt 20 Prozent Währungsrabatt.

Auslaufmodell? Ein Geschäft in Riehen BS gewährt 20 Prozent Währungsrabatt.

(Bild: Keystone)

Mehrmals im Jahr treffen sich die rund 30 Mitglieder des Club Helvétique, um über die Zukunft der Schweiz nachzudenken. Der Intellektuellenorganisation gehören Persönlichkeiten wie Zürichs Alt-Stadtpräsident Josef Estermann, SP-Nationalrat Andi Gross, die Soziologie-Professoren Ueli Mäder und Kurt Imhof, der Historiker Georg Kreis oder Alt-Bundesgerichtspräsident Giusep Nay an.

In seinem jüngsten Positionspapier, «Der wirtschaftliche Alleingang der Schweiz in der Sackgasse», formuliert der Club einige provokative Gedanken, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet. So stelle er zur Diskussion, ob sich das Führen einer eigenen, «nur scheinbar unabhängigen und unberechenbar gewordenen Währung für den Kleinstaat Schweiz» noch lohnt. Und weiter: «Ist es Aufgabe der Schweiz, den internationalen Kapitalströmen einen sicheren Hafen zu bieten?». Der Club liefert eine klare Antwort: «Es wäre an der Zeit, bei der Suche nach einer zukunftsgerichteten Strategie auch das ‹Undenkbare› zu denken, den EU- und den Euro-Beitritt.»

EU-Beitritt soll kein Tabu mehr sein

Autor des Papiers ist Marco Curti, lange Jahre Anlagechef und Direktionsmitglied der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und heute unabhängiger Finanzexperte. Damit betont der Club Helvétique, der laut «Schweiz am Sonntag» sonst eher für politisch-philosophische, staatsrechtliche oder historische Akzente bekannt ist, im Zuge der Finanzkrise erstmals ökonomische Ansätze. «Die beiden Pfeiler der Schweizer EU-Politik – Bilaterale und autonomer Nachvollzug – sind Auslaufmodelle», heisst es im Papier.

«Gemessen an der Qualität der Beziehungen der Schweiz zu Europa und aufgrund der natürlichen Selbstachtung als souveräner Staat wäre der Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union und zum Europäischen Währungsraum ein geeigneter, wenn nicht sogar der Königsweg zur Schaffung verlässlicher langfristiger Perspektiven für Wirtschaft und Bevölkerung.» Dieser Königsweg dürfe in den politischen Diskussionen «nicht länger ein Tabu» sein, «sondern gehört zu einer in die Zukunft blickenden, verantwortungsvollen und umfassenden Lagebeurteilung.»

fko

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