Muslime warnen Ueli Maurer

Muslimische Länder kritisieren Bundesratskandidat Ueli Maurer: Wird er zum Bundesrat gewählt, soll er die Initiative gegen Minarette nicht mehr unterstützen.

Minarett in Zürich: Die 1963 erbaute Mahmud-Moschee.

Minarett in Zürich: Die 1963 erbaute Mahmud-Moschee.

(Bild: Keystone)

Ueli Maurer macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die konfessionelle Gleichberechtigung: Er sitzt im Unterstützungskomitee der Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten», die letztes Jahr vorgestellt wurde. Auch wenn er in den Bundesrat gewählt werden sollte, will Maurer nicht von seiner Haltung abrücken: «Es geht hier um Meinungsäusserungsfreiheit und um die Souveränität eines Staates», sagt er der Zeitung «Sonntag» – und steht damit im Gegensatz zum aktuellen Bundesrat. Dieser hat sich in einer Stellungsnahme klar gegen die Initiative ausgesprochen.

Maurer verärgert damit die muslimischen Länder. «Dass Herr Maurer gegen Minarette ist, ist seine persönliche Meinung», so Babacar Ba, Botschafter der Organisation der Islamischen Konferenz in Genf. Er warnt Maurer davor, die Minarett-Initiative weiter zu unterstützen, wenn er in den Bundesrat gewählt wird. «Als Verteidigungsminister hat er eine grosse Verantwortung, das internationale Recht und die Menschenrechte zu respektieren. Deshalb sollte er sehr vorsichtig sein, seine persönliche Meinung kundzutun.» Als Minister müsse er diese Dinge klar trennen.

Minarett: Gehört zu einer Moschee

Das ist auch die Meinung des ägyptischen Botschafters in der Schweiz: «Genau wie Kirchenglocken in christlichen Gebetshäusern, sind Minarette Teil der traditionellen architektonischen Struktur einer Moschee», sagt Magdy Sharawy. Ein Verbot von Minaretten verletze die Gefühle der Muslime auf unnötige Weise und öffne die Tür für weitere Zwietracht.

cha

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