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24-Stunden-Betrieb an Tessiner Grenze

Im Süden der Schweiz steigt die Zahl der Flüchtlinge derzeit massiv an. Bundesrat Ueli Maurer verstärkt deshalb das Grenzwachtkorps mit zusätzlichem Personal.

Mehr Personal an den Grenzübergängen im Süden erforderlich: Bundesrat Ueli Maurer anlässlich einer Besichtigung der Zollstelle von Chiasso. (22. April 2016)
Mehr Personal an den Grenzübergängen im Süden erforderlich: Bundesrat Ueli Maurer anlässlich einer Besichtigung der Zollstelle von Chiasso. (22. April 2016)
Carlo Reguzzi, Keystone

Die Zahl der Flüchtlinge, die im Süden über die Grenze in die Schweiz kommen wolle, steigt in diesen Tagen massiv an. Dies sagt Bundesrat Ueli Maurer gegenüber «SRF».

In Chiasso und auf der Route via Domodossola nach Brig sei man nahe an Rekordzahlen. Das Grenzwachtkorps im Tessin sei deshalb mit zusätzlichem Personal zu einem «24-Stunden-Betrieb» ausgebaut und verstärkt worden, weil Migranten jetzt eher gegen Mitternacht und nicht mehr während des Tages kämen, so der oberste Chef des Grenzwachtkorps.

Die Verstärkung betreffe aber auch die Grenzübergänge in Graubünden. Flüchtlinge würden neuerdings über die Bündner Südtäler illegal in die Schweiz einreisen, um weiter nach Deutschland oder Österreich zu kommen. Dafür gebe es erste Anzeichen, sagt Maurer. «Die Schlepper tasten jetzt wohl ab, ob das besser geht als über Chiasso.»

Kein Armeeeinsatz

Maurer befürchte, dass in den nächsten Tagen zunehmend Flüchtlinge über das Puschlav und das Münstertal in die Schweiz kommen würden. Medienberichte, wonach er und sein SVP-Bundesratskollege Guy Pamelin einen Antrag für einen Armeeeinsatz an der Grenze vorbereiten würden, dementiert er. 80 bis 90 Prozent der Migranten kämen mit normalen Zügen an, sodass sie gezählt und registriert werden könnten. So lange die Situation so bleibe – und man an Schengen festhalte – sehe er momentan keinen Einsatz für die Armee, so Maurer.

Behandlungsfrist wie beim Balkan

Maurer würde lieber auf Abschreckung setzen und nennt dabei das Vorgehen mit Asylsuchenden aus afrikanischen Ländern. Er schlägt vor, eine Behandlungsfrist von 48 Stunden einzuführen, wie man das beim Balkan praktiziert habe. Dafür gebe es jedoch keine politischen Mehrheiten, sagt Maurer.

Video – Italiens Küstenwache rettet Anfangs Woche 1350 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer:

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