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22'828 Stunden Stau auf Schweizer Nationalstrassen

Astra publizierte die neue Statistik genau einen Tag nach dem Aus für die Milchkuhinitiative. Vom Parlament wird nun eine schnelle Lösung gefordert, ohne Steuererhöhungen.

Vor allem an Feiertagen wird die Strecke A2 Richtung Gotthard zur Geduldsprobe: Mehrere Kilometer Rückstau zwischen Quinto und Airolo am Ostermontag. (28. März 2016)
Vor allem an Feiertagen wird die Strecke A2 Richtung Gotthard zur Geduldsprobe: Mehrere Kilometer Rückstau zwischen Quinto und Airolo am Ostermontag. (28. März 2016)
Pablo Gianinazzi, Keystone

Während 22'828 Stunden hat sich 2015 der Verkehr auf den Schweizer Nationalstrassen gestaut - damit nahm die Zahl der Staustunden um sechs Prozent zu. Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astra und der Schweizerische Gewerbeverband SGV sehen ihre Forderungen zum Strassenausbau bestätigt. Bereits 2014 konnte eine Zunahme von fünf Prozent festgestellt werden, wie der Schweizerische Gewerbeverband SGV in einer Medienmitteilung schreibt.

Grund für die Zunahme der Staus sind laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) vor allem die Verkehrsüberlastungen und nicht Unfälle oder Baustellen. 2015 wurden auf den Nationalstrassen 26,484 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Das sind 4,2 Prozent mehr als 2014, wie das Astra anhand erster verfügbarer Zahlen für 2015 Anfang Woche mitteilte.

Massive Mehrbelastung für Berufsfahrer

Die Fahrleistung des schweren Güterverkehrs nahm um 0,1 Prozent auf 1,545 Milliarden Kilometer zu. Insgesamt rollen rund 40 Prozent des Schweizer Verkehrs auf den Nationalstrassen. Den vollständigen Bericht zum Verkehrsfluss auf den Nationalstrassen will das Astra im Spätsommer veröffentlichen.

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astra und der Schweizerische Gewerbeverband SGV zeigten sich in Reaktionen zu den Zahlen alarmiert über die Zunahme der Staus. Die Behinderungen bedeuteten für das Transportgewerbe eine massive Belastung, teilte Astra am Dienstag mit. Der Stress für die Berufsfahrer und die stauverursachten Umweltbelastungen nähmen damit zu.

«Massiver Nachholbedarf»

Astra fordert einen «raschen bedarfsgerechten Ausbau der Strasseninfrastruktur und ein klares Bekenntnis zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF)». Beim Ausbau der Infrastruktur herrsche massiver Nachholbedarf.

Das Parlament diskutiert derzeit über die Schaffung eines NAF. Vorgesehen ist, mehr Geld als bisher für die Strasse statt für andere Bundesaufgaben zu verwenden. Im Nationalrat steht das Geschäft gegen Ende der laufenden Sommersession auf dem Programm.

Nationalstrassenfonds als letzte Chance

Der SGV fordert, innerhalb des NAF müssten vertretbare Finanzierungsalternativen gefunden werden ohne Erhöhungen der Mineralölsteuer. Jetzt seien die Parlamentarierinnen und Parlamentarier gefordert, die vor der Abstimmung zur Milchkuhinitiative den Nationalstrassenfonds als die gute Lösung propagiert hätten.

Die Milchkuhinitiative wurde am Sonntag vom Stimmvolk abgelehnt. Sie hatte gefordert, dass alle Einnahmen aus dem Strassenverkehr wieder der Strasse zugute kommen. Damit sollte das Strassennetz rascher ausgebaut werden.

SDA/sep

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