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Liechtenstein oder Schweiz?

In Vaduz ist die Deklaration unversteuerter Gelder rund 10 Prozent günstiger als in der Schweiz. Deshalb ziehen viele Engländer diese Lösung vor. Auch für Steuerberater ist das Fürstentum lukrativ.

Viele Engländer deklarieren ihr Geld lieber hier als in der Schweiz: Vaduz im Fürstentum Liechtenstein.
Viele Engländer deklarieren ihr Geld lieber hier als in der Schweiz: Vaduz im Fürstentum Liechtenstein.
Peter Klaunzer, Keystone

Im Oktober 2011 wurde es durch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf unterzeichnet, seit Anfang Januar dieses Jahres ist es in Kraft: das revidierte Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien. Wie die NZZ heute berichtet, konkurriert das Schweizer Abkommen aber mit jenem des Fürstentums Liechtenstein, das seit 2010 angewandt wird (Artikel online nicht verfügbar).

Der Grund: Britische Staatsbürger müssen für die Deklaration ihrer unversteuerten Vermögen über das Fürstentum Liechtenstein laut Experten lediglich zwischen 9 und 17 Prozent bezahlen, während es über die Schweiz zwischen 21 und 28 Prozent kostet. Zudem können über Liechtenstein die weltweit deponierten unversteuerten Gelder legalisiert werden, sofern der Kunde mindestens 3 Millionen oder 20 Prozent des Gesamtvermögens dort deponiert hat.

Kunden müssen sich bis Ende Mai entscheiden

Laut Recherchen der NZZ haben sich bis Ende 2012 gut 3700 Briten für die Vaduzer Lösung entschieden. Laut Auskunft eines britischen Steuerberaters mit einem grossen Kundenstamm mit Vermögen in der Schweiz entschieden sich die meisten, ihr Vermögen in Liechtenstein zu deklarieren.

Die Zahl der Deklarationen über Vaduz könnte in den kommenden Wochen gar noch zunehmen: Dieser Tage haben die britischen Kunden eine Auflistung der genauen Kosten über die Abgeltungssteuer der Schweizer Banken erhalten. Bis Ende Mai müssen sie sich entscheiden, wo sie ihr Vermögen deklarieren wollen.

Für Vaduz fallen hohe Beraterkosten an

Doch die Liechtensteiner Lösung ist nicht für alle britischen Kunden attraktiv. Wie ein zweiter Steuerberater gegenüber der NZZ sagte, deklarierte deutlich weniger als die Hälfte seiner Kunden ihr Vermögen über das Fürstentum Liechtenstein.

Denn: Anders als in der Schweiz müssen die Kunden in Liechtenstein ihre Identität preisgeben. Laut einigen Experten ist die Wahrung der Anonymität genau der Punkt, weshalb bestimmte Berufsgruppen die teurere Variante der Schweiz wählen. Und noch etwas spricht für die Schweizer Lösung: Für eine Abwicklung über das Fürstentum Liechtenstein berechnen die Steuerberater ihren Kunden je nach Fall zwischen 20'000 und 150'000 Franken.

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