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Hat das Kind die Grippe, springt das Rote Kreuz ein

Hilfe für berufstätige Eltern: Das Rote Kreuz betreut kranke Kinder – ausser in einem Kanton.

Betreuerinnen des Schweizerischen Roten Kreuzes helfen, wenn der Kita-Besuch wegen Grippe ins Wasser fällt.
Betreuerinnen des Schweizerischen Roten Kreuzes helfen, wenn der Kita-Besuch wegen Grippe ins Wasser fällt.
Rotes Kreuz Luzern (zVg)

Die Nase läuft, die Augen sind fiebrig, und der Kopf pocht: Die Grippewelle hat die Schweiz fest im Griff. Als Folge davon blieb in den Unternehmen in den vergangenen Wochen so manch ein Bürostuhl leer. Doch nicht immer waren es die Mitarbeiter selbst, die das Bett hüten mussten: Oft fehlten sie auch, weil sie zu Hause ihre kranken Kinder betreuen mussten. Denn bei den ersten Grippe-Anzeichen darf der Nachwuchs nicht mehr in die Kinderkrippe oder in die Schule.

Gemäss Arbeitsgesetz dürften Mami und Papi der Arbeit pro Krankheitsfall ihres Nachwuchses drei Tage fernbleiben, ohne finanzielle Konsequenzen befürchten zu müssen. Doch nicht immer sind solche Arbeitsabsenzen möglich. In diesen Fällen springt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in die Bresche und bietet Kinderbetreuung zu Hause an. «Dahinter steht der Grundsatz, dass Menschen jeden Alters in verletzlichen Lebenssituationen zu unterstützen sind», sagt Bernadette Bisang vom Roten Kreuz Luzern, das ein solches Angebot seit 2006 führt. Seither nutzen immer mehr Eltern das Angebot. So wurden 2016 schweizweit 7902 Kinder vom Babyalter bis zu zwölf Jahren vom SRK in rund 113’070 Einsatzstunden betreut. Mehrheitlich waren es Null- bis Vierjährige.

Das Angebot variiert in den einzelnen Kantonen leicht: In Luzern beispielsweise gelingt es dem SRK, in Notfällen per SMS oder Zentrale innert vier Stunden eine Betreuerin aufzubieten: «Wir verfügen über ein gutes Personalnetz mit Leuten, die bereits eine pädagogische oder pflegerische Grundausbildung mitbringen oder Weiterbildungsmodule im SRK besucht haben», sagt Bisang. Wer einspringt, übernimmt alles, was das Kind benötigt: Beschäftigen, Kochen, Wickeln. Nach Anweisungen der Eltern können auch Medikamente verabreicht und je nach Einsatz auch Haushaltsarbeiten übernommen werden.

Abgestufte Tarife

Die Dienstleistung kann nicht nur im Krankheitsfall der Kinder genutzt werden, sondern auch, wenn die Eltern selbst die Grippe haben, wenn eine weitere Geburt bevorsteht oder wenn sie psychisch überlastet sind, etwa bei einem Todesfall. «Es gibt auch Anfragen von Eltern, die sehr viel Zeit für eines ihrer Kinder aufwenden und für die weiteren nicht genügend Betreuungszeit zur Verfügung steht», sagt Bisang.

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Die Tarife der Kinderbetreuung sind abhängig vom Einkommen und unterscheiden sich auch regional leicht. So beträgt beispielsweise der Stundenansatz im Kanton Luzern bei einem jährlichen Einkommen bis zu 50’000 Franken 10 Franken, bis 100’000 Franken sind es 25 Franken und darüber hinaus 41 Franken pro Stunde. Für die Betreuung in der Nacht und am Wochenende werden Zuschläge erhoben.

Sonderfall Zürich

Einzig bei der Rotkreuz-Sektion des Kantons Zürich gibt es für die kleinen Kranken keine Betreuung: «Wir bieten das Angebot derzeit nicht an, weil wir als Kantonalverband andere Schwerpunkte haben», sagt die Sprecherin des SRK Zürich, Anita Ruchti. Stattdessen führe man Angebote in anderen sozialen Bereichen wie Migration und Gesundheit, die wiederum andere Rotkreuz-Kantonalverbände nicht haben. Ein weiterer Grund sei auch, dass der Projektpartner, in diesem Fall der Kanton Zürich, eine solche Betreuung nicht als seine Aufgabe ansieht. Das SRK biete lediglich Unterstützung für kranke Eltern und nicht für die kranken Kinder. Auch gebe es für Unternehmen die Möglichkeit, die Betreuung der kranken Kinder ihrer Mitarbeitenden vom SRK übernehmen zu lassen. «Die Firmen müssen dann jedoch für die Vollkosten aufkommen», sagt Ruchti.

Schweizweit arbeitete das Rote Kreuz 2016 mit 10 überkantonalen und 20 regionalen Firmen für solche Betreuungsaufgaben zusammen. «Tendenz steigend», gibt das SRK an.

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