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Economiesuisse warnt vor Erbschaftssteuerinitiative

Schädigt die Erbschaftssteuer den Standort Schweiz? Der Verband Economiesuisse findet: Ja. Besonders gefährdet: Familienunternehmen.

«Konkrete Steuersätze oder Freibeträge sucht man im Initiativtext vergebens»: Heinz Karrer, Präsident Economiesuisse, bei einer Ansprache am Tag der Wirtschaft in Zürich. (29.8.2014)
«Konkrete Steuersätze oder Freibeträge sucht man im Initiativtext vergebens»: Heinz Karrer, Präsident Economiesuisse, bei einer Ansprache am Tag der Wirtschaft in Zürich. (29.8.2014)
Walter Bieri, Keystone

Zwar sieht der Initiativtext für die Weitergabe von Familienunternehmen Sonderregeln vor. Wird ein Unternehmen für mindestens zehn Jahre von den Erben weitergeführt, sollen bei der Erbschaftssteuer Ermässigungen gelten. Dies reicht dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse aber nicht.

«Konkrete Steuersätze oder Freibeträge sucht man im Initiativtext vergebens», sagte Verbandspräsident Heinz Karrer gemäss Redetext an einer Medienkonferenz vom Donnerstag in Bern. Die Unsicherheit bei Zehntausenden Familienunternehmen in der Schweiz sei darum sehr gross. Denn jedes fünfte Familienunternehmen solle in den nächsten fünf Jahren an die nächste Generation weitergegeben werden.

Diese Ungewissheit blockiere nicht nur die Familienunternehmen, sondern sei auch Gift für den Standort Schweiz. «Denn über 80 Prozent der 300'000 Unternehmen in der Schweiz sind in Familienhand», sagte Karrer.

Eigenkapitalverlust bis 50 Prozent

Im Auftrag von Economiesuisse hat PWC Schweiz berechnet, welche Auswirkungen eine Annahme der Initiative hätte. Werde ein Betrieb nicht für mindestens zehn Jahre von den Erben weitergeführt, entstehe ein Eigenkapitalverlust von 30 bis 50 Prozent. Doch auch bei einer geplanten Weiterführung durch die Erben warnen die Studienautoren vor negativen Auswirkungen.

Denn wenn das Unternehmen, etwa wegen eines Todesfalls oder Konkurses, nicht zehn Jahre von den Erben weitergeführt werden könne, werde die volle Steuer fällig. Durch diese drohende Steuerlast würden Mittel in der Höhe der vollen Erbschaftssteuerschuld blockiert.

Die Studie basiert auf Daten von 123 Familienunternehmen. Die Autoren gehen bei ihren Berechnungen davon aus, dass die Steuer für die Unternehmensübertragung im Unternehmen selbst erwirtschaftet werden muss, also nicht aus dem Privatvermögen eines Unternehmers stammt. Eine weitere Annahme ist, dass die Unternehmen sicherstellen müssen, dass die Mittel zum Zeitpunkt der Übertragung verfügbar oder unmittelbar danach erwirtschaftet werden müssen.

Freibetrag von 2 Millionen Franken

Die Volksinitiative «Millionenerbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)» war am 15. Februar 2013 eingereicht worden. Dahinter stehen die Parteien EVP, SP, Grüne und CSP sowie der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die christliche Organisation Christ Net.

Gemäss der Volksinitiative soll der Bund Erbschaften und Schenkungen mit 20 Prozent besteuern. Für Erbschaften ist ein Freibetrag von 2 Millionen Franken vorgesehen, für Schenkungen von 20'000 Franken im Jahr. Die Initiative kommt am 14. Juni 2015 zur Abstimmung.

SDA/rsz

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