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«Die Kesb greift nur ein, wenn es nötig ist»

Gut prüfen. Gewalt wird oft innerhalb einer Familie «vererbt», deshalb schauen die Behörden bei der Platzierung eines Kindes genau hin.

BaZ: Herr Rosch, die 2013 gegründeten Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) sind viel stärker unter Beschuss als die vormaligen Vormundschaftsbehörden – war früher alles besser?

Hat man früher komische Käuze leichter weggesperrt?

Laut Ihrer Studie machen die Kesb vieles gut – trotzdem lehnen viele Menschen die Behörde ab oder fürchten sie.

Kritiker sagen, die Behörden würden sich vermehrt in Familienangelegenheiten einmischen.

Zum Beispiel?

Dann sind die Kosten seit Einführung der Kesb gesunken?

Ist stets klar, wann ein Eingreifen nötig ist?

Wenden die Kesb das Instrument an?

Im Fall von Flaach, wo 2015 eine Mutter ihre Kinder tötete, weil sie sie hätte ins Heim zurückbringen sollen, lehnte die Kesb die Betreuung durch die Grosseltern ab. Ein unverständlicher Entscheid.

Wann macht es Sinn, bei Kindern Angehörige einzusetzen?

Kritiker werfen den Kesb vor, die Betroffenen und ihr Umfeld zu wenig einzubeziehen. Sie kommen in Ihrer Untersuchung aus den Jahren 2015 und 2016 zu einem anderen Schluss.

Ist Ihre Untersuchung repräsentativ?

Die Kesb sind kantonal organisiert – wie gross sind die Unterschiede zwischen den Kantonen?

Kesb-Kritiker wollen die Kesb mit einer Volksinitiative zurückstutzen und die Familie stärken – eine gute Idee?

Allerdings will auch der Bundesrat prüfen, ob eine Gesetzesanpassung nötig ist – legen die Initianten den Finger doch auf einen wunden Punkt?

Inwiefern berücksichtigen die Behörden die Wünsche der betroffenen Kinder?

Obwohl Kinder oft unrealistische Vorstellungen haben?

Wie handhaben andere Länder den Kindes- und Erwachsenenschutz?