Zum Hauptinhalt springen

Armeedrohnen kommen ins Trudeln

250 Millionen Franken soll das neue Drohnensystem der Armee kosten. Doch bis ins Jahr 2028 seien die Fluggeräte nur beschränkt einsetzbar, befürchten Experten.

Umstritten: eine Drohne des Types Hermes 900.
Umstritten: eine Drohne des Types Hermes 900.
Keystone

Viel Gegenwind für das neue Drohnen-System der Armee: Am 16. Juni wird im Nationalrat das Rüstungsprogramm 2015 angesetzt. Die darin enthaltene Beschaffung von sechs Drohnen des Types Hermes 900 für 250 Millionen Franken aus Israel ist umstritten. Die Wahl eines israelischen Produkts hatte in der Schweiz zu Protesten geführt, eine Petition wurde 28'000-mal unterzeichnet. Dazu kommen nun auch technische Bedenken.

Denn das neue Drohnensystem erhält in den nächsten Jahren keine vollständige Zulassung, sagt der deutsche Rüstungsexperte Otfried Nassauer gegenüber der «NZZ am Sonntag». Denn der zivile europäische Luftraum wird in den nächsten Jahren neu organisiert und an dessen Vorschriften ist auch die Schweiz gebunden. Bisher sind grosse Drohnen im zivilen europäischen Luftraum nicht zugelassen und deren Integration ins System wird noch Jahre dauern.

Einsatz ohne Begleitflugzeug möglich

Mike Lissone von Eurocontrol bestätigt die Befürchtung: «Der Zeitplan sieht eine Integration der Drohnen ins System bis ungefähr 2028 vor.» Die Armee muss deshalb für die nächsten Jahre Wege finden, um die Hermes-Drohnen einzusetzen, die 2020 geliefert werden sollen. Die Schweiz hat die Regelung bisher mit einem kleinen Trick umgangen, indem sie grosse Drohnen im allgemeinen Luftraum von einem Pilatus-Kleinflugzeug begleitet. Doch die israelischen Modelle können, im Gegensatz zu den heutigen, bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben.

Die Beschaffungsbehörde Armasuisse will in den nächsten Jahren eine Alternative dazu entwickeln: ein sogenanntes Sense-and-Avoid-System zur automatischen Erkennung und Überwachung der Drohne. Es soll den Einsatz ohne Begleitflugzeug ermöglichen: «Nach heutiger Planung wird das System 2020 funktionstüchtig sein», sagt Armasuisse-Kommunikationschef Kaj-Gunnar Sievert. Der Terminplan wird von Experte Nassauer angezweifelt. Weil die Zulassungsbedingungen von Eurocontrol gar noch nicht bekannt seien, kenne niemand die Anforderungen an ein Erkennungssystem.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch