Die Armee bewaffnet ihre Helikopter

Ab 2014 bewaffnet die Armee ihre Helikopter für den Luftpolizeidienst. Damit sollen sie auch Drohnen abfangen können.

Bald mit neuer Bewaffnung: Eurocopter der Schweizer Armee.

Bald mit neuer Bewaffnung: Eurocopter der Schweizer Armee.

(Bild: Keystone Steffen Schmidt)

Daniel Foppa@DFoppa

Finden in der Schweiz internationale Konferenzen wie das World Economic Forum (WEF) oder Grossanlässe wie die Euro 08 statt, kommt der Luftwaffe eine besondere Bedeutung zu. Sie sperrt dann teilweise den Luftraum und sorgt dafür, dass kein fremdes Flugobjekt in die Sperrzone eindringt. In den letzten Jahren musste die Luftwaffe im Schnitt jeweils fünf Privatflugzeuge abfangen, die in den gesperrten WEF-Luftraum über Davos eingedrungen sind. Die Kampfjets geleiten die Flugzeuge, die meist unbeabsichtigt in die Sperrzone flogen, hinaus oder zwingen sie zur Landung auf einem nahen Flugplatz.

Immer mehr Drohnen im Einsatz

Kaum reagieren kann die Luftwaffe, wenn langsam fliegende Objekte wie Helikopter, Segelflugzeuge oder unbemannte Drohnen in die Sperrzone eindringen. Denn mit den schnellen Kampfjets ist es nicht möglich, langsam neben einer Drohne oder einem Helikopter zu fliegen, um eine Identifikation vorzunehmen oder eine Landung zu erzwingen. Da weltweit der Einsatz von Drohnen zunimmt, fällt diese Lücke im Luftpolizeidienst immer mehr ins Gewicht. Aus diesem Grund hat die Luftwaffe laut ihrem Sprecher Jürg Nussbaum beschlossen, ab dem Herbst 2014 Helikopter für den Luftpolizeidienst zu bewaffnen. Das hat die Luftwaffe bisher erst einmal getan; 1997 beim Zionistenkongress in Basel.

«Künftig werden speziell ausgebildete Bordschützen mit leichten Schusswaffen in den Helikoptern zum Einsatz kommen», sagt Nussbaum. Eine fixe Schusswaffeninstallation bei den insgesamt 46 Helikoptern der Armee (26 Super Puma/Cougar, 20 Eurocopter EC635) sei nicht vorgesehen. Die am Sitz angeschnallten Bordschützen werden also – falls nötig – bei offener Helikoptertür ihr Sturmgewehr einsetzen.

Schulung für Helikopterpiloten

«Um das Eindringen in einen gesperrten Luftraum zu verhindern, braucht es Glaubwürdigkeit. Dazu trägt Waffengewalt, die als allerletzte Massnahme eingesetzt werden könnte, erheblich bei», sagt Nussbaum. Die eingesetzten Waffen stammen aus dem bestehenden Inventar der Armee. Für die Helikopterbewaffnung fallen deshalb keine Investitionskosten an. Besonders geschult werden müssen hingegen die Helikopterpiloten. Gemäss Nussbaum haben einige Piloten eine entsprechende Ausbildung absolviert. Ziel sei, dass in den nächsten Jahren alle Berufshelikopterpiloten der Armee diese Schulung durchlaufen.

Tages-Anzeiger

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