Das Matterhorn - gefährlicher als ein Irakeinsatz

Wieder ein Toter am gefährlichsten Berg der Welt: Ein Alpinist ist am Hörnligrat auf der Ostseite des Matterhorns abgestürzt.

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Marc Brupbacher@MarcBrup

Die Todesstatistik am Matterhorn ist erschreckend: Seit der Erstbesteigung 1865 sind am 4477 Meter hohen «Horu» mehr als 500 Menschen umgekommen. Mehr Tote zählt kein anderer Berg der Welt.

Heute hat das Schicksal am Matterhorn wieder ein Alpinist ereilt. Aus noch ungeklärten Gründen stürzte ein Mann auf einer Höhe von 3850 Metern über Meer rund 500 Meter in die Tiefe, wie die Kantonspolizei Wallis mitteilt.

Der Bergsteiger ist mit einer Vierergruppe vom Matterhorn abgestiegen. Die vier Personen waren nicht angeseilt. Die noch nicht identifizierte Leiche des Bergsteigers konnte geborgen und nach Zermatt überführt werden.

Jeder 200. sollte sein Testament machen

Schon letzte Woche sind zwei amerikanische Alpinisten am Matterhorn zu Tode gestürzt. Retter der Air Zermatt fanden die Leichen der 57-jährigen Frau und des 53-jährigen Mannes in der Ostwand. Damit sind am Matterhorn dieses Jahr vier Menschen umgekommen. Statistiker haben errechnet, dass es wahrscheinlicher ist, bei einer Matterhornbesteigung ums Leben zu kommen, als bei einem einjährigen US-Militärdienst im Irak. Demzufolge sollte jeder 200. vorher besser sein Testament aufsetzen.

Doch der Rummel auf dem Matterhorn, dem König der Alpen, ist ungebrochen. An schönen Tagen versuchen Hunderte von Bergsteigern von der Hörnlihütte aus den Berg zu erklimmen. Die Todesliste wird auch in Zukunft weiterwachsen.

baz.ch/Newsnet

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