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Astronomen überraschtSchwarzes Loch dreht sich fast mit Lichtgeschwindigkeit

Das erste in der Milchstrasse entdeckte Schwarze Loch ist grösser und weiter entfernt als erwartet. Astronomen liefert das neue Erkenntnisse.

Das 1972 entdeckte Schwarze Loch Cygnus X-1 hat eine um 50 Prozent höhere Masse als bisher angenommen. Daraus schliessen Forscher, dass helle Sterne, bevor sie zur Supernova werden, weniger Masse verlieren als man bisher dachte.
Das 1972 entdeckte Schwarze Loch Cygnus X-1 hat eine um 50 Prozent höhere Masse als bisher angenommen. Daraus schliessen Forscher, dass helle Sterne, bevor sie zur Supernova werden, weniger Masse verlieren als man bisher dachte.
Bild: International Centre for Radio A (Keystone)

Das Schwarze Loch mit der Bezeichnung Cygnus X-1 und sein Begleitstern in der Milchstrasse sind weiter von der Erde entfernt und wesentlich massereicher als bisher angenommen.

Dies fand ein internationales Team von Astrophysikern heraus, wie die beteiligte Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) am Freitag mitteilte. Das Forschungsprojekt liefert neue Antworten auf die Frage, wie Schwarze Löcher entstehen.

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre neuen Erkenntnisse nun in der Fachzeitschrift «Science». Das Schwarze Loch Cygnus X-1 wurde 1972 vom US-Astronomen Tom Bolton entdeckt und umkreist einen sogenannten Blauen Riesenstern mit der Bezeichnung HDE 226868. «Cygnus X-1 ist das erste Schwarze Loch, das in unserer Milchstrasse entdeckt wurde», erläuterte der FAU-Astrophysiker Jörn Wilms.

Die tatsächliche Entfernung des Systems von der Erde konnte bislang allerdings nur grob geschätzt werden, ebenso wie die Massen des Schwarzen Lochs und seines Begleitsterns. Wilms brachte daher ein Forschungsprojekt auf den Weg, zu dem sich ein internationales Team renommierter Astronominnen und Astronomen zusammenschloss.

Masse wie 20 Sonnen

Die Forscher nutzten das sogenannte Very Long Baseline Array, ein Cluster aus zehn in den USA verteilten Radioteleskopen, um eine präzise Parallaxenmessung vorzunehmen. Diese Messung basiert auf dem Prinzip, dass die die Entfernung eines Objekts bestimmt werden kann, indem man es von zwei verschiedenen Orten aus betrachtet.

«Die unterschiedlichen Beobachtungspositionen ergeben sich unserem Fall durch die Bewegung der Erde um die Sonne», erklärte Wilms. Über einen Zeitraum von sechs Tagen beobachteten die Wissenschaftler um Projektleiter James Miller-Jones vom International Centre for Radio Astronomy Research in Perth, Australien, das Cygnus-System und zeichneten dabei mehr als 2000 Messwerte auf.

Das Ergebnis: Cygnus X-1 ist deutlich weiter von der Erde entfernt als bislang angenommen – nämlich etwa 7200 anstatt der zuvor geschätzten 6100 Lichtjahre. «Aus dieser Kalibrierung ergibt sich auch, dass Cygnus deutlich grösser sein muss», erläuterte Wilms. «Wir haben errechnet, dass das Schwarze Loch mehr als 20 Mal so massereich wie die Sonne ist – das übertrifft frühere Schätzungen um 50 Prozent.»

Dreht sich ungeheuer schnell

Diese Erkenntnis wirft auch ein neues Licht auf die Entstehung Schwarzer Löcher: Bislang ging die Forschung davon aus, dass helle Sterne bis zu ihrer Explosion als Supernova sehr viel Masse an ihre Umgebung verlieren. «Durch Sternwinde wird Materie von der Oberfläche quasi weggeblasen», erläuterte Wilms. «Damit ein Schwarzes Loch jedoch so massiv werden kann wie Cygnus X-1, muss dieser Masseverlust deutlich geringer sein, als wir dachten.»

Anhand der aktuellen Messdaten gehen die Forscher davon aus, dass das Schwarze Loch im Cygnus X-1-System sein Leben als Stern begann, der ungefähr 60 Mal so gross wie die Sonne war und vor zehntausenden Jahren kollabierte. Trotz seiner gigantischen Grösse umkreist es in nur fünfeinhalb Tagen seinen Begleitstern HDE 226868, wobei die Umlaufbahn nur ein Fünftel der Entfernung zwischen Erde und Sonne beträgt.

Dabei dreht sich Cygnus X-1 unglaublich schnell, nämlich sehr nahe an der Lichtgeschwindigkeit und damit schneller als jedes andere bisher gefundene Schwarze Loch.

SDA/oli

12 Kommentare
    B.Z.

    Mich würde es eher interessieren, was wir aus der Tatsache, dass es von einer Nashornsorte nur noch eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter gibt, lernen, befor wir uns um schwarze Löcher kümmeren.

    Ich würde auch vorschlagen, dass Welraumreisen bis auf weiteres unterbrochen werden. Bevor wir aufbrechen und unser mieses Verhalten auf andere Planenten bringen.

    Wir sind noch nicht reif genug.

    Wenn mal sicher ist, dass diese Erde gerettet ist, dann können wir wieder loslegen und unsere gute Seele woanders hin verpflanzen. Ich mag eigenlich unsere Raumschiff Erde, brauche kein anderes.