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Wer kommt für Ackermann?Schockierte und ratlose Grüne

Bis Mittwochmittag muss der Name der Ersatzkandidatur für Elisabeth Ackermann der Staatskanzlei genannt werden. Die Mitglieder der Grünen treffen sich am Dienstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Grünen-Präsident Harald Friedl und Vorstandsmitglied Eva Strub am Sonntag im Wahlforum des Congress Center: Elisabeth Ackermanns Wahlergebnis hat sie erschüttert. Ähnlich konsterniert dürften sie am Dienstag nach Ackermanns Verzichtserklärung ausgesehen haben.
Grünen-Präsident Harald Friedl und Vorstandsmitglied Eva Strub am Sonntag im Wahlforum des Congress Center: Elisabeth Ackermanns Wahlergebnis hat sie erschüttert. Ähnlich konsterniert dürften sie am Dienstag nach Ackermanns Verzichtserklärung ausgesehen haben.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Am Montag noch versichert Grünen-Präsident Harald Friedl, dass Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann nochmals antreten wird. Sie selber scheint auch dieser Meinung zu sein; am Abend spricht sie noch zu den Mitgliedern der Basta, erklärt ihre Beweggründe, weshalb sie trotz miserablen Resultats nicht auf den zweiten Wahlgang verzichten möchte. Es ist Kampfgeist zu spüren. Ein bisschen zumindest. Und dann, nachdem sie eine weitere Nacht darüber geschlafen hat – oder eben nicht –, muss der Entscheid gefallen sein: Sie will doch nicht.

Damit hat Ackermann viele überrascht. Selbst Jürg Stöcklin, Grossrat, Mitglied der Geschäftsleitung der Basler Grünen und Parteistratege. Er sagt: «Bis gestern Abend hat es anders getönt.» Es sei ihr persönlicher Entscheid gewesen. «Ich sowie die ganze Partei wären hinter Elisabeth Ackermann gestanden, und wir hätten sie weiterhin unterstützt.»

Stöcklin kann Ackermanns Verzicht bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. «Es gab einen starken öffentlichen Druck, heftige mediale Kritik. Es war für sie nicht einfach», sagt er. Man müsse diesen Schritt akzeptieren und respektieren.

SP-Kandidatur ausgeschlossen

Doch nun – wie weiter? Schon am Mittwochmittag muss der Staatskanzlei der Name der Kandidatin oder des Kandidaten genannt werden, der Ackermann ersetzt. Viel Zeit bleibt nicht. Am Dienstagabend versammeln sich die Mitglieder der Grünen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Anlass findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Gehe alles gut, werde noch am Abend der neue Name bekannt gegeben.

Basta-Co-Präsidentin Heidi Mück hatte am Montag im Gespräch mit der BaZ gesagt: «Wenn Elisabeth von sich aus auf den zweiten Wahlgang verzichtet, dann muss ich mir eine Kandidatur ernsthaft überlegen. Ansonsten gibt es keinen Grund für mich.» Nach Ackermanns Verzichterklärung hat sich Mück nicht mehr geäussert. Offenbar muss sie den Entscheid der amtierenden Regierungspräsidentin erst verdauen. Auch Basta-Nationalrätin Sibel Arslan wurde als mögliche Kandidatin genannt. Jürg Stöcklin möchte sich aber nicht zu Namen äussern. Er sagt nur: «Ich hoffe, dass wir eine gute Kandidatur finden.» Am liebsten wäre ihm eine Frau. Sollte dies aber nicht machbar sein, ginge auch ein Mann. Also doch Thomas Grossenbacher? Oder vielleicht Michael Wüthrich?

Die SP, die Ackermann im Wahlkampf stark unterstützt hat, soll auch in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Stöcklin hält es aber eher für unwahrscheinlich, dass die Ersatzkandidatin oder der Ersatzkandidat aus den Reihen der Sozialdemokraten komme. Als Verliererin der Grossratswahlen hätte die Partei auch keine Legitimation dafür.

SP-Präsident Pascal Pfister sagt denn auch: «Wir bereiten zusammen den Wahlkampf für den zweiten Wahlgang vor, die Kandidatenwahl jedoch bleibt beim Grünen Bündnis.» Einen vierten Kandidat ins Rennen zu schicken, sei für die SP keine Option, da sie über zu wenig Wähleranteil verfüge. Am Dienstagabend entscheidet die Delegiertenversammlung, welche Kandidatin oder welchen Kandidaten sie unterstützt. Das Geschlecht sei ein Argument, sagt Pfister. Aber nicht das einzige.

25 Kommentare
    Werner Boetsch

    Sollte Heidy Mück als ausgebildete Gymnastikpädagogin gewählt werden, geht doch der Schlamassel munter weiter. Auch hat sie das Projekt Migrantensessions in der Region Basel geleitet, und das Resultat mit den Bettlern und den Drögeler nach des Kasernenareals ist ja bekannt. Insbesondere weil sie ja nicht unweit davon selber wohnt, wie man auf der Webpage der Heidy Mück entnehmen kann.