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Tod von Simon SchenkSchock fürs Schweizer Eishockey

Simon Schenk verstarb mit 73 an den Folgen einer Herz-Operation. Kaum einer prägte den Sport in den letzten 40 Jahren so wie der langjährige Nationalcoach und ZSC-Meisterarchitekt.

Eine grosse Persönlichkeit: Simon Schenk verstarb im Alter von 73.
Eine grosse Persönlichkeit: Simon Schenk verstarb im Alter von 73.
RETO OESCHGER
Der Emmentaler wirkte von 1985 bis 1990 und von 1995 bis 1997 als Schweizer Nationalcoach.
Der Emmentaler wirkte von 1985 bis 1990 und von 1995 bis 1997 als Schweizer Nationalcoach.
keystone-sda.ch
Ab 1997 wurde er zum Meisterarchitekt der neu gegründeten ZSC Lions.
Ab 1997 wurde er zum Meisterarchitekt der neu gegründeten ZSC Lions.
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Das Schweizer Eishockey trauert um eine seiner grössten Persönlichkeiten. Simon Schenk verstarb in der Nacht auf Freitag wegen Komplikationen nach einer zweiten Herz-Operation. Vom ersten Eingriff im Sommer 2017 hatte sich der Emmentaler gut erholt, man erlebte ihn als Experte bei MySports wieder in alter Frische. Der zweite Eingriff erwies sich für ihn nun als fatal.

Kaum einer hat diesen Sport in der Schweiz in den letzten 40 Jahren so geprägt wie Schenk. Der Emmentaler, 1976 noch Meisterstürmer beim SC Langnau, wirkte von 1985 bis 1990 und von 1995 bis 1997 als Schweizer Nationalcoach. Als letzter Einheimischer vor Patrick Fischer. Als er Mitte der Achtzigerjahre als Trainer aufs Eishockey setzte, war er hierzulande ein Exot. An seiner ersten WM, 1986 in Eindhoven, stieg er mit den Schweizern gleich in die A-Gruppe auf. In seinem zweiten Jahr reduzierte er sein Lehrerpensum auf 50 Prozent.

Baumeister der ZSC-Pyramide

Zwischen seinen beiden Engagements als Nationaltrainer coachte er beim EHC Olten und bei seinem Langnauer Stammclub. Danach wurde er ab 1997 zum Meisterarchitekt der neu gegründeten ZSC Lions. Die Nachwuchspyramide, die zum Erfolgsfaktor für die Zürcher wurde, wurde wesentlich von ihm geprägt. Zudem war er von 1994 bis 2011 Nationalrat für die SVP, pendelte er also lange zwischen Bern und Zürich.

2017 verliess Schenk die ZSC-Organisation, für die er zuletzt als Sportchef der GCK Lions gewirkt hatte, und kehrte zu seinen Wurzeln zurück: zu den SCL Tigers. Dort wirkte er bis zuletzt auf Mandatsbasis als Berater für den Bereich Sport und für die strategische Entwicklung. Zudem war er als Experte bei MySports nie verlegen um klare Worte und gab er, der fast alles erlebt hat, was es im Schweizer Eishockey zu erleben gibt, immer wieder Anekdoten preis. Nun ist seine Stimme verstummt.