Schluss-Schub für Maya Graf

Sozialdemokraten und ein Teil der Mitte setzen sich im zweiten Wahlgang vom kommenden 24. November für die Grüne Maya Graf als Baselbieter Ständerätin ein.

Maya Graf schaut dem zweiten Wahlkampf relativ gelassen entgegen. Foto: Florian Bärtschiger

Maya Graf schaut dem zweiten Wahlkampf relativ gelassen entgegen. Foto: Florian Bärtschiger

Thomas Gubler

Eigentlich war im Wahlkampf vor dem ersten Wahlgang über die Ständeratskandidatinnen schon alles gesagt worden. Wenn am Dienstag an der Medienkonferenz der überparteilichen Unterstützung für Maya Graf noch einmal die Vorzüge der grünen Sissacherin hervorgehoben wurden, dann hiess das fast schon Eulen nach Athen tragen. Nach 18 Jahren im Nationalrat und mehreren erfolgreichen Wahlkämpfen kennt man Maya Graf inzwischen.

Augstburgers Support

Zwei BDP-Vertreter in eigenem Namen, da die Partei die Parole noch nicht gefasst hatte, Elisabeth Augstburger namens der EVP, Giovanna Lanza namens der CVP-Frauen Schweiz und Baselland sowie SP-Präsident Adil Koller traten an der gestrigen Veranstaltung im Regierungsgebäude zugunsten von Maya Graf auf. Dabei legte sich insbesondere Elisabeth Augstburger, im ersten Wahlgang noch Grafs Konkurrentin, ins Zeug.

Die Liestaler EVP-Politikerin wiederholte insbesondere, was sie bereits am Wahlabend bekannt gegeben hatte, nämlich dass ihre Partei Maya Graf im zweiten Wahlgang unterstützen werde. Es sei beeindruckend, so Augstburger, «wie sehr Maya Graf in diesem Kanton geschätzt wird».

Giovanna Lanza, Nationalratskandidatin von der CVP-Liste Wirtschaft und Gesellschaft, erklärte ihre Unterstützung für die Sissacherin namens der CVP-Frauen Schweiz und Baselland. Das ist insofern pikant, als die CVP Baselland letzte Woche beschlossen hat, FDP-Kandidatin Daniela Schneeberger zu unterstützen. Lanza hob vor allem Grafs Engagement als Co-Präsidentin von Alliance F, des Bundes Schweizer Frauenorganisationen, hervor.

SP-Präsident Adil Koller sprach sich dafür aus, dass der Kanton Baselland weiterhin mit einer offenen und fortschrittlichen Kraft im Ständerat vertreten sein soll. Aus diesem Grund unterstütze seine Partei die grüne Kandidatin.

Wer dem SP-Präsidenten aber genau zuhörte, wurde den Eindruck nicht ganz los, dieser habe die Wahlkampf-Reibereien zwischen der SP und den Grünen noch nicht ganz vergessen. «Wir sind eine verlässliche politische Kraft, ziehen Eric Nussbaumer zurück und unterstützen Maya Graf», sagte Koller in Anlehnung an die Tatsache, dass sich die Grünen mit einer Rückzugserklärung für den Fall einer Niederlage Grafs schwergetan hatten.

Janiak als Vorbild

Als Spezialgast an der gestrigen Medienveranstaltung trat Paul Burger, Titularprofessor an der Universität Basel im Bereich Nachhaltigkeitsforschung, auf. Burger lieferte vor allem die Hintergründe dafür, warum Maya Graf die richtige Ständerätin für das Baselbiet sei. Der Klimawandel sei eine grosse Herausforderung, der man mit neuen Ideen begegnen müsse. «Und wir können dabei nicht mehr immer nach der Wirtschaftsverträglichkeit fragen», sagte Burger. Wirtschaft und Landwirtschaft müssten im Sinne einer Transformation geändert werden.

Im Sinne eines Schlusswortes gab Maya Graf ihrer Freude darüber Ausdruck, dass nach 20 verlorenen Jahren im Parlament endlich die Möglichkeit bestehe, die nötigen Rahmenbedingungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu schaffen. Und an die Adresse der Sozialdemokraten bezeichnete sie den abtretenden SP-Ständerat Claude Janiak als ihr Vorbild.

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