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Gäste bleiben aus wegen CoronaSchlechteste Wintersaison der Geschichte für SAC-Hütten

Die Pandemie hat die Hüttenbetreiber hart getroffen. Die Übernachtungen brachen im Schnitt um 66 Prozent ein. Im Sommer lief es dafür besser als erwartet.

In der Berghütte Cabane Rambert im Kanton Wallis werden im Juni 2020 nach dem Lockdown Plexiglasscheiben montiert.
In der Berghütte Cabane Rambert im Kanton Wallis werden im Juni 2020 nach dem Lockdown Plexiglasscheiben montiert.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Die Corona-Pandemie hat auch die Betreiberinnen und Betreiber von SAC-Hütten schwer getroffen: Mit einem Rückgang der Übernachtungen von 66 Prozent war die Wintersaison 2019/2020 die schlechteste in der Geschichte des SAC. Der Sommer hingegen verlief besser als erwartet.

Das für die Hütten wichtige Ostergeschäft sei wegen der Corona-bedingten Einschränkungen praktisch komplett ausgefallen, teilte der Schweizerische Alpenclub (SAC) am Dienstag mit. So übernachteten zwischen November 2019 und April 2020 nur noch 24'000 Personen in einer SAC-Hütte.

Das sind 66,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vor allem das Berner Oberland (-82,7 Prozent) und das Wallis (-84,1 Prozent) waren stark betroffen vom Rückgang.

Für den SAC war die letzte Wintersaison die schlechteste in der Geschichte. Die Saoseo-Hütte der Sektion Bernina im Puschlav. (Archivbild)
Für den SAC war die letzte Wintersaison die schlechteste in der Geschichte. Die Saoseo-Hütte der Sektion Bernina im Puschlav. (Archivbild)
Foto: Arno Balzarini (Keystone)

Doch weil sich die Schweizerinnen und Schweizer dann im Sommer vermehrt für Ferien und Ausflüge im Inland entschieden hätten, habe die Gesamtsaison doch noch einigermassen gerettet werden können: Zwischen Mai und Oktober übernachteten insgesamt 241'560 Personen in einer SAC-Hütte. Das entspricht nur einem Rückgang von 3,5 Prozent im Zehnjahres-Vergleich.

Dass die Sommerbilanz nicht noch besser ausfiel, führt der SAC auf das schlechte Wetter in der zweiten Septemberhälfte zurück mit Niederschlägen und Schnee bis in tiefere Lagen. Dadurch hätten viele Hütten die Saison früher beenden müssen.

Umsatzrückgang von 25 Prozent

Insgesamt zählte der SAC 265'597 Übernachtungen. Das entspricht einem Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am grössten waren die Einbussen im Wallis mit 32,2 Prozent.

Die Umsätze aus Übernachtungen gingen schweizweit um 21,2 Prozent auf 6,78 Millionen Franken zurück, der Konsumations-Umsatz um 13,5 Prozent auf 20,65 Millionen Franken. Zudem wurde pro Übernachtung 15,2 Prozent mehr konsumiert, was gemäss SAC auf eine starke Zunahme des Tagesgeschäfts schliessen lässt.

Die Umsätze aus Übernachtungen sind schweizweit um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Blick in die Kistenpasshütte bei Linthal im Kanton Glarus. (Archivbild)
Die Umsätze aus Übernachtungen sind schweizweit um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Blick in die Kistenpasshütte bei Linthal im Kanton Glarus. (Archivbild)
Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

Abgefedert wurden die Verluste der Hüttenbetreiber durch Kurzarbeits- und Erwerbsaufallentschädigungen und mit Geldern aus dem Sport-Stabilisierungspaket des Bundes. Ausserdem mussten die Sektionen insgesamt rund 265'000 Franken weniger an den zentralen Hüttenfonds bezahlen, und die Hüttenteams wurden mit Spendengeldern in der Gesamthöhe von 190'000 Franken unterstützt.

sda/oli